Marktforscher

Deutsche haben "inniges Verhältnis" zur Glühbirne

Die Deutschen empfinden das Glühbirnen-Verbot einem Marktforscher zufolge als "vollkommen sinnlos" und als "Eingriff in die Privatsphäre".

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Die deutschen Verbraucher haben nach Ansicht des Marktforschers Stefan Grünwald ein "sehr inniges Verhältnis“ zur Glühbirne und empfinden das Verbot dieser Lichtquelle daher als "Eingriff in die Privatsphäre".

"Sie erleben das als vollkommen sinnloses Gebot, das bürokratisch-formal durchgesetzt wird, das aber gar nicht Rücksicht nimmt auf ihre Lebensgewohnheiten – das, was ihnen lieb und teuer geworden ist", sagte Grünwald, Geschäftsführer des Kölner Instituts "Rheingold" für Markt- und Medienanalysen, im Deutschlandradio Kultur.

Er verwies auf das warme Licht einer Glühbirne und dass sie im Gegensatz zu vielen Energiesparlampen "sofort" ihre volle Leistung bringe. Jeder Alltag fange damit an, "dass wir das Licht anmachen – das ist unsere erste Berührung mit der Wirklichkeit".

Während die herkömmliche Glühbirne sofort reagiere, lasse sich die Energiesparlampe erst einmal Zeit. "Da erlebt man sich mitunter etwas ohnmächtig." Die EU schreibt vor, dass die herkömmliche Glühbirne schrittweise vom Markt genommen wird . Nach den 100-Watt- und 75-Watt-Birnen müssen die 60-Watt-Birnen aus dem Handel verschwinden . Im nächsten Jahr kommt das Aus für die 25- und 40-Watt-Modelle. Alternativ sollen Verbraucher Energiesparbirnen kaufen und damit Umwelt und Klima schützen. Moderne Lampen verbrauchen im Betrieb deutlich weniger Energie.