Drohende Abwahl

Jagdfeld bleibt an Spitze des Adlon-Fonds

Der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld kann sich an der Spitze der Adlon-Fondsgesellschaft halten. Ein Teil der Anleger dieses Fonds hatte versucht, ihn zu entmachten. Auf einer Gesellschafterversammlung scheiterten sie jedoch damit.

Im Streit hinter den Kulissen des Berliner Luxushotels Adlon hat sich der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld durchgesetzt. Der Unternehmer ist persönlich haftender Gesellschafter der Jagdfeld Hotel Adlon Fundus Fonds Nr. 31 KG. Ein Teil der Anleger dieses Fonds hatte versucht, Jagdfeld zu entmachten. Auf einer Gesellschafterversammlung scheiterten sie jedoch in der Nacht zum Samstag, wie der Sprecher der Jagdfeld-Gruppe, Christian Plöger sagte.

Eine „deutliche Mehrheit“ von 74 Prozent habe für Jagdfeld gestimmt, sagte Plöger Morgenpost Online. An der Versammlung im Adlon nahmen 800 Menschen teil, darunter 660 Gesellschafter oder deren Vertreter. Er fügte hinzu: „Das Thema Abwahl ist damit vorbei.“

Jagfeld sagte, „ich freue mich, dass die überwiegende Mehrheit der Anleger die Gefahren für die Zukunft des Adlon erkannt hat, die mit dem Konzept des Anwalts Fritsch verbunden waren. Seine Kampagne hat nicht verfangen.“ Fritsch hatte noch versucht während der Gesellschafterversammlung den Abwahlantrag zurückzuziehen. Eine große Anzahl von Anlegern hatten dem Anwalt aber wieder ihre Stimmrechte entzogen. Hintergrund der Auseinandersetzung: Seit Herbst 2008 fordert Jagdfeld von seinen Gesellschaftern den Verzicht auf die Zahlungen der Adlon Holding, das ist der zweite Pächter neben Kempinski. Die Holding betreibt Restaurants, Bars, eine Weinhandlung und das Luxusbad im Adlon. Sie ist finanziell in Bedrängnis geraten. Jagdfeld nannte schon früher „die Wirtschaftskrise und einige Sonderfaktoren“ als Grund dafür.

Schon im Frühjahr vorigen Jahres machten die Gesellschafter Front gegen den 64 Jahre alten Immobilienentwickler. Die Rebellen hatten sich 2009 zusammengetan. Die Vereinigung zählte zwischenzeitlich rund 220 Geldgeber, die vom Berliner Anwalt Thomas Fritsch betreut wurden.