Die Zustimmung der US-Bürger zur Wirtschaftspolitik ihres Präsidenten Barack Obama ist auf ein Allzeittief gesunken. Nur noch 26 Prozent fänden das Handeln Obamas angesichts der kriselnden Wirtschaft gut, teilte das renommierte Gallup-Institut in Washington unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage mit.
Noch Mitte Mai hatte die Zustimmungsrate zur Wirtschaftspolitik elf Prozentpunkte höher gelegen. Mit dem Handeln Obamas im Schuldenstreit zeigten sich sogar nur 24 Prozent der Befragten zufrieden, bei seinen Anstrengungen für neue Arbeitsplätze waren es 29 Prozent. Deutlich besser bewertet wurde in der Umfrage Obamas Anti-Terror-Kampf, den 53 Prozent der Befragten für gut befanden. Die Zustimmungsrate zur Afghanistan-Politik lag allerdings nur bei 38 Prozent, das sind 15 Prozentpunkte weniger als Mitte Mai. Damals profitierte Obama in Umfragen von der Tötung von al-Qaida-Chef Osama bin Laden Anfang Mai.
In der Gesamtbewertung der Arbeit Obamas zeigten sich 41 Prozent der Bürger zufrieden. Das sind deutlich weniger als die 50 Prozent, die in den USA allgemein als die Schwelle gelten, ab der ein Amtsinhaber mit Blick auf eine mögliche Wiederwahl relativ sicher ist.
Schuld am Einbruch der Sympathiewerte dürften der wochenlang schwelende Schuldenstreit und seine dramatischen Folgen für die US- und die Weltwirtschaft sein. Vor zwei Wochen hatte die Ratingagentur S&P die USA überraschend herabgestuft, was an den weltweiten Finanzmärkten starke Kursverluste ausgelöst hatte. Die USA verloren die Topnote AAA, die für die höchste Kreditwürdigkeit steht.
Die bei der Anhebung der Schuldengrenze zwischen Regierung und Kongress verabredeten Sparziele reichten nicht aus, hatte S&P damals zur Begründung mitgeteilt. Die US-Ratingagentur Fitch bestätigte dagegen die Bestnote AAA und bewertete den Ausblick für die weltgrößte Volkswirtschaft als stabil. Auch die dritte große Ratingagentur, Moody’s, bewertet die US-Kreditwürdigkeit weiterhin mit der Bestnote, hatte aber erklärt, der Ausblick für die Bonität der USA sei „negativ“.
Gegen die Ratingagentur Standard & Poor’s sind in den USA wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Bewertung von Hypothekensicherheiten in den Jahren vor Beginn der Finanzkrise Ermittlungen eingeleitet worden, wie die Zeitung „The New York Times“ berichtete. Die Untersuchungen seien bereits vor der Herabstufung der USA angeordnet worden.
Die Ermittler des US-Justizministeriums suchten nach Fällen, in denen Analysten des Unternehmens Hypothekenbriefen eine schlechtere Bewertung ausstellen wollten, aber von anderen S&P-Managern überstimmt wurden, berichtete das Blatt unter Berufung auf Gewährsleute. Fänden sich solche Fälle, widerspräche dies der Argumentation der Ratingagentur, wonach ihre Analysten unabhängig von Geschäftsinteressen handelten. Ob auch gegen die anderen beiden großen Ratingagenturen, Moody’s und Fitch, ermittelt werde, sei unklar.
AFP/dpa/dapd/fsc/cat



