Griechenland-Anleihen

Euro-Krise trifft Landesbank Berlin schwer

Rund 400 Millionen Euro hat die Landesbank Berlin (LBB) in Griechenland-Anleihen angelegt - das schmälerte den Gewinn erheblich. Vom ursprünglichen Gewinnziel muss sich die Bank verabschieden. Denn es sind auch noch Anleihen der Krisenländer Italien und Spanien im Portfolio.

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/dpa

Die Euro-Krise hat die sparkasseneigene Landesbank Berlin (LBB) schwer getroffen. Der Konzerngewinn sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 107 auf 81 Millionen Euro. Hauptgrund sind Griechenland-Anleihen, für die eine Risikovorsorge von 95 Millionen Euro getroffen werden musste, was dann auch den Gewinn schmälerte. In Anbetracht der getroffenen Vorsorge und der fortdauernden erheblichen Unsicherheiten an den Finanzmärkten gehe die Bank davon aus, das Konzernergebnis vor Steuern des Vorjahres nicht zu erreichen, teilte der LBB-Vorstand mit. Eigentlich wollte die Landesbank, die bislang sehr vorsichtig agierte und vergleichsweise gut durch die Finanzkrise gekommen war, 2011 das Vorjahresergebnis übertreffen. Es lag nach Steuern bei 265 Millionen Euro.

Klarer Schnitt: Vorsorge

Insgesamt hat die LBB Griechenland-Anleihen – Staatspapiere und Firmenanleihen – im Nominalwert von 392 Millionen Euro in ihren Büchern. 74 Prozent des Volumens wird bis Ende 2015 fällig. Zudem hat die Landesbank noch italienische Staatsanleihen im Gesamtwert von 484 Millionen Euro im Bestand, bei spanischen Staatspapieren sind es 379 Millionen Euro. Angesichts der Entwicklung in beiden Ländern dürfte das Institut auch in diesen Positionen künftig zu einer Risikovorsorge gezwungen sein. Auch andere Institute, wie zum Beispiel die Postbank oder Royal Bank of Scotland, mussten für ihr Griechenland-Engagement entsprechende Vorsorge treffen. Der deutsche Bankensektor dürfte die europäische Staatsschuldenkrise jedoch vergleichsweise glimpflich überstehen, urteilen die Analysten von Silvia Quandt Research. Trotz des 214 Milliarden Euro umfassenden Engagements in Staatsanleihen europäischer Schuldenländer werde das deutsche Bankensystem die entstehenden Belastungen verkraften. Einkalkuliert wird ein Schuldenschnitt von 40 Prozent für Griechenland, 25 Prozent für Portugal und Irland, zehn für Italien und fünf Prozent für Spanien.

„Wir haben uns entschieden, einen klaren Schnitt zu machen und umfassend vorzusorgen“, erklärte LBB-Vorstandschef Johannes Evers. Die solide Geschäftsentwicklung habe dies zugelassen. „Wir haben damit den Rücken frei.“ Im Kundengeschäft seien „weitere Fortschritte“ erzielt worden. Im Privatkundensegment steigerte die LBB ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr um neun auf 82 Millionen Euro. Mit Firmenkunden verdiente die Bank mit 47 Millionen Euro fast genauso viel wie im Vorjahreszeitraum (48 Millionen Euro). Insgesamt lag das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten bei 97 Millionen Euro nach 127 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Dies sei „nicht zufriedenstellend, aber vor dem Hintergrund der Marktentwicklungen solide“, so die Bank. Erneut sehe sich der Konzern in seiner vorsichtigen, auf Solidität ausgerichteten Risikostrategie, bestätigt. Auch wenn dies die Ertragschancen begrenze. Das Geschäft mit Sparkassen werde ausgebaut. Mit der Gründung der S-Kreditpartner GmbH, die vor allem auf Auto- und Konsumentenkredite ausgerichtet ist, sei ein neuer Meilenstein erreicht. Darüber hinaus sei mit der WestLB die Übernahme von Aktivitäten der Readybank vereinbart, was zu weiteren Impulsen führen dürfte.