Umfrage

Nichts beunruhigt Deutsche so wie Staatsschulden

Die Angst der Bürger vor steigenden Staatsschulden ist laut Umfrage stark gestiegen. Doch Bundeswirtschaftsminister Rösler beschwichtigt.

Kein anderes Thema macht den Deutschen so große Sorgen wie die Staatsverschuldung. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ hervor. Auf die Frage, was sie im Augenblick am meisten beunruhigt, nannten danach 63 Prozent die Angst davor, dass die Staatsschulden weiter steigen. Im Vergleich zur letzten Umfrage Anfang Juni nahm diese Furcht um zwei Punkte zu.

Andere Sorgen nahmen dagegen ab. 56 Prozent (minus vier) der Bürger fürchten, die Renten könnten unsicher sein. An dritter Stelle steht mit 51 Prozent (minus drei) die Sorge, die Politiker könnten mit den Problemen überfordert sein. Für die Erhebung befragte Forsa am 28. und 29. Juli 1000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler gibt sich trotz der Schwächetendenzen in der Weltwirtschaft, namentlich in den USA , für die weitere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland gelassen.

„Kein Grund zur Beunruhigung“, sagte der Minister. Nach wie vor wachse die deutsche Wirtschaft, wenn auch in manchen Teilen verlangsamt. Das deutsche Wachstum sei „grundsätzlich sehr stark, sehr positiv“. Die zunehmenden Finanzierungsprobleme der Euro-Länder Italien und Griechenland sind nach Röslers Worten im Kabinett nicht zur Sprache gekommen.

„Das hat während der Kabinettssitzung keine Rolle gespielt“, sagte Rösler, der als Vizekanzler in Vertretung der urlaubenden Kanzlerin Angela Merkel erstmals die Ministerrunde leitete. Grundsätzlich gelte, dass die Stabilität des Euro einer soliden Haushalts- und Finanzpolitik in den Ländern bedürfe, aber auch einer Politik der Wettbewerbsstärkung.

Rettungsschirm, Ratingagenturen und Rekapitalisierung – Morgenpost Online erklärt die wichtigsten Begriffe zur Euro-Krise in einem Lexikon.