GfK-Umfrage

Deutsche fürchten Belastungen durch Euro-Krise

Die Verbraucher sehen schwarz für Konjunktur und eigene Finanzen. Vor allem die Folgen der EU-Schuldenkrise belasten die Deutschen.

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Die Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt die Stimmung der deutschen Konsumenten. Sie schätzen die Aussichten für die Konjunktur und die eigenen Finanzen skeptischer ein als zuletzt, wie aus einer Umfrage der GfK-Marktforscher unter 2000 Verbrauchern hervorgeht. Das Konsumklima für August habe sich auf 5,4 von revidiert 5,5 Punkten im Juli verschlechtert, teilten die Nürnberger Experten mit.

„Die anhaltenden Diskussionen um den richtigen Weg aus der Schuldenkrise Griechenlands und damit einhergehend mögliche Gefahren für die gemeinsame europäische Währung verunsichern die deutschen Konsumenten“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dies überlagere derzeit das gute Umfeld für die Binnenwirtschaft.

Für den Indikator der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) war es der zweite Rückgang in Folge und der vierte binnen fünf Monaten. Im März war das Barometer noch auf den höchsten Stand seit Herbst 2007 geklettert.

Allerdings rückte seitdem die hohe Inflation und die Schuldenkrise mehr in den Fokus der Verbraucher und verunsicherte sie. „Die Schuldenkrise und eine bislang fehlende erkennbare Strategie zu deren Lösung hat auch der Konsumstimmung in Deutschland einen kleinen Dämpfer versetzt“, betonte GfK-Fachmann Bürkl.

Nach zähen Verhandlungen einigten sich die Euro-Länder darauf, Griechenland mit einem zweiten Hilfspaket von 109 Milliarden Euro vor der Staatspleite zu retten. Während die Finanzmärkte mit Erleichterung reagierten, war die GfK-Umfrage bereits abgeschlossen.

Die Konjunkturerwartung der Verbraucher sank um 5,7 auf 44,6 Punkte. Die Deutschen gehen laut GfK zwar davon aus, dass die Wirtschaft weiter wächst – allerdings nicht mehr so stark wie bisher. Auch das leicht eingetrübte Ifo-Geschäftsklima signalisierte nach einer Umfrage unter 7000 Firmen jüngst, dass sich der Aufschwung etwas verlangsamt. Dennoch sagen Experten der Wirtschaft 2011 ein Wachstum von mehr als 3,5 Prozent zu.

Ihre eigene Finanzlage sehen die Verbraucher ebenfalls wieder ein bisschen skeptischer. Einerseits befürchten sie der GfK zufolge Belastungen aus der Schuldenkrise. „Hinzu kommt, dass ein weiterer Anstieg der Energiepreise droht, der die Kaufkraft der privaten Haushalte ebenfalls beeinträchtigen würde.“ Die Einkommenserwartung fiel um zehn auf 34,6 Zähler.

Die Bereitschaft zu größeren Einkäufen litt hingegen kaum . Dieser Teilindikator verliert nur einen Punkt auf 34,1 Zähler. „Vor allem eine erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung sorgt dafür, dass die Kauflaune der Konsumenten erhalten bleibt.“

Sinkende Arbeitslosenzahlen minderten die Angst vor Jobverlust und stärkten damit die Planungssicherheit, erklärte die GfK. „Damit sind die Vorzeichen für eine gute Konsumkonjunktur in Deutschland nach wie vor gegeben.“ Trotz der externen Risiken bleibe die Binnennachfrage eine wichtige Wachstumsstütze.