Euro-Krise

Bankenanteil an Griechenland-Hilfe schrumpft

Der IWF hat die nächste Kredit-Tranche für Griechenland freigegeben. Aber der Beitrag privater Banken zur Beilegung der Finanzkrise schrumpft weiter.

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Der geplante Beitrag des Privatsektors zum neuen Hilfspaket für Griechenland schrumpft offenbar. Banken, Versicherungen und andere private Anleger in Europa sollten inzwischen noch maximal 15 Milliarden Euro und damit nur etwa die Hälfte des ursprünglich angepeilten Betrags zur finanziellen Unterstützung des hoch verschuldeten Lands beisteuern, berichtete das "Handelsblatt". "Wenn wir das schaffen, ist das schon sehr gut", sagte ein EU-Diplomat der Zeitung.

Für Griechenland soll ein zweites Rettungspaket geschnürt werden, nachdem sich die Notkredite über 110 Milliarden Euro vom vergangenen Jahr als nicht ausreichend erwiesen. Daran sollen sich diesmal auch Banken und andere private Gläubiger beteiligen.

Nach französischen Angaben soll das Paket bis September stehen. Ein EU-Diplomat bestätigte den Zeitplan auch gegenüber dem "Handelsblatt". Beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am Montag solle "nur die Schlachtordnung für die Zeit nach der Sommerpause" festgelegt werden.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle rief die privaten Gläubiger in Deutschland auf, sich über die bislang zugesagten 3,2 Milliarden Euro hinaus an den Hilfen für Griechenland zu beteiligen. "Mehr wäre besser", sagte er der "Stuttgarter Zeitung".

Zugleich forderte der FDP-Politiker, dass Ratingagenturen für Fehlurteile zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Die Agenturen hätten "in der Finanzmarktkrise gewaltige Fehler gemacht", sagte er und forderte, das "Monopol" der US-Agenturen durch eine europäische Ratingagentur zu brechen.

Unterdessen hat der Internationale Währungsfonds (IWF) am Freitag eine weitere Milliarden-Tranche für das krisengeschüttelte Griechenland freigegeben. Mit dem jüngsten Teilkredit über rund 3,2 Milliarden Euro beliefen sich die Hilfen des Fonds nun auf insgesamt 17,4 Milliarden Euro, teilte der IWF in Washington mit.

IWF-Chefin Christine Lagarde hob zwar die Verringerung des griechischen Defizits und eine schrittweise Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit hervor. "Angesichts wichtiger struktureller Reformen, die noch durchgeführt werden müssen, bleiben noch erhebliche Herausforderungen", mahnte sie jedoch.