Wegen Lieferengpässen ihrer Zulieferer nach der Naturkatastrophe in Japan will Sony die heimische Produktion in fünf Werken bis Ende März einstellen. Das berichtete der Fernsehsender NHK. Betroffen seien die Werke in den Präfekturen Shizuoka, Aichi, Gifu and Oita. Es werde überlegt, die Produktion bis dahin ins Ausland zu verlagern, hieß es. Die fünf Werke stellten hauptsächlich Kameras, Handys, Flachbildschirme, Mikrofone und Sendetechnik her.
Die Herstellung von Batterien in einem Werk in Shimotsuke in der Präfektur Tochigi im Norden von Tokio laufe unterdessen wieder. Wann die sieben Sony-Werke in den von der Katastrophe betroffenen Regionen Tohoku und Ibaraki ihre Produktion wiederaufnehmen werden, war noch unklar. Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan stehen die Bänder auch bei den Autobauern Toyota und Honda weiter still. Honda verlängerte abermals seinen Produktionsstopp, weil die Zulieferung wichtiger Bauteile noch immer stockt. Die Arbeit in den Werken solle nun noch bis Sonntag ruhen, teilte das Unternehmen mit.
Nach einer ersten Verlängerung des Produktionsstopps sollten bei Honda eigentlich ab Mittwoch wieder Fahrzeuge gebaut werden. Beim Branchenprimus Toyota sollen die japanischen Werke noch mindestens bis Samstag geschlossen bleiben. Wann die Fabriken wieder produzieren, sei noch ungewiss, teilte der Konzern mit. Am vergangenen Mittwoch hatte der VW-Rivale angekündigt, seine zwölf heimischen Montagewerke mindestens noch die vergangene Woche geschlossen zu halten.
Die Produktion bei Opel wird durch die Katastrophen in Japan weniger belastet als zunächst befürchtet. Im Werk Eisenach seien am Montag zwei Schichten ausgefallen, schon die Nachtschicht habe aber wieder arbeiten können, sagte ein Konzernsprecher. Am Freitag werde in Saragossa eine Schicht entfallen. Zunächst hatte Opel längere Ausfallzeiten vorausgesehen. Grund für die Probleme ist ein elektronisches Bauteil für die Motorsteuerung des in Eisenach gebauten Corsa. Das Teil wird normalerweise aus Japan bezogen, wie der Sprecher erläuterte.
Wegen der Störung der Fertigung in Japan werde es nun aus einem Werk in den USA geliefert – per Luftfracht. „Die Elektronik ist klein und leicht. Das kommt per Flugzeug“, sagte der Sprecher. Opel habe als Reaktion auf die Schwierigkeiten in Japan eine Task Force eingerichtet.
Logistikexperten, Einkäufer und Produktionsexperten beobachteten, wo es Engpässe gebe, und versuchten, Ausweichmöglichkeiten zu finden, erläuterte der Sprecher. Das sei möglich, weil die Autoindustrie inzwischen globalisiert sei. „Sehr große Serien machen rentabel und das Auto erschwinglich.“ Deshalb hätten die großen und auch viele mittlere Zulieferer Fertigungen überall dort, wo Autos gebaut würden.
Reuters/dpa/dapd/cat




