Der für den Personenverkehr zuständige Bahn-Manager Ulrich Homburg hat um Nachsicht für die massiven Verspätungen vieler Züge gebeten. Die Fahrgäste müssten die Anstrengungen der Tausenden Bahn-Mitarbeiter im Kampf gegen die winterlichen Behinderungen auch honorieren, forderte Homburg in der „Bild“-Zeitung.


„Unsere Leute leisten aber trotz der extrem widrigen Umstände immer noch Unglaubliches: Sie bringen jeden Tag die überwältigende Mehrheit von 7,3 Millionen Fahrgästen in Bus und Bahn sicher an ihr Ziel. Ich entschuldige mich bei all denjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist“, sagte Homburger dem Blatt. Mit Blick auf die Probleme im Auto- oder Flugverkehr „schlagen wir uns vergleichsweise gut“.

Homburg, der seit anderthalb Jahren als Bahn-Vorstand für den Personenverkehr verantwortlich ist, versprach zudem Besserung für den nahenden Weihnachtsreiseverkehr: „Wir werden alle verfügbaren Züge fahren und sicherstellen, dass die Hauptreiserouten im Fernverkehr mit der nötigen Kapazität befahren werden. Auf den Nebenstrecken wird unsere Regionalzug- und Busflotte dafür sorgen, dass möglichst jeder sein Reiseziel zu Weihnachten erreicht“, zitiert ihn die „Bild“.

Die Bahn setze für das Schneeräumen 10.000 Mitarbeiter ein. Zudem arbeiteten viermal so viele Techniker wie im vergangenen Winter.

Unterdessen haben Verkehrspolitiker von SPD und Grünen die Bahn wegen der witterungsbedingten Serviceprobleme scharf angegriffen. „Die Vorbereitung auf den Börsengang hat der Bahn schwer geschadet. Beim Personal und bei der Wartung wurde drastisch gespart. Das spürt man jetzt dramatisch", sagte der Grünen-Politiker Winfried Hermann, Chef des Bundestags-Verkehrsausschusses, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post".

Ein gut aufgestelltes Unternehmen könnte die Winterprobleme anders bewältigen, betonte Hermann. Auch der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer kritisierte den Bahnvorstand. „Ich bin fassungslos, dass es bei der Bahn immer noch kein flexibles Notfallmanagement gibt", sagte Beckmeyer der Zeitung. „Die Bahn müsste eigentlich einen Puffer an Ersatzzügen vorhalten, um Ausfälle zu kompensieren."

Beckmeyer warf der Bundesregierung vor, auf Kosten der Bahn zu sparen. Die Bahn, die zu 100 Prozent dem Bund gehört, müsse wegen des Sparpakets der Bundesregierung in den kommenden vier Jahren jeweils 500 Millionen Euro aus ihrem Ertrag an den Bund abführen. „Der Bund entzieht der Bahn Geld, das sie dringend für Investitionen benötigt, wie man jetzt sieht", kritisierte Beckmeyer.

dpa/dapd/tma