Russischer Ex-Botschafter

Gazprom trennt sich von seinem Deutschlandchef

Eigentlich sollte Russlands Ex-Botschafter Vladimir Kotenev das Image von Gazprom Germania, aufpolieren – für mehr Offenheit sorgen. Doch nach nicht einmal einem Jahr ist er den Job als Deutschlandchef von Gazprom – und über die Gründe schweigt der Konzern.

Foto: ddp

Gazprom hat seinen Statthalter in Deutschland gefeuert. Der Hauptgeschäftsführer von Gazprom Germania, Vladimir Kotenev, ist mit Wirkung vom 1. Juni abberufen worden. Das teilte das Berliner Unternehmen, eine Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, auf seiner Internetseite mit, ohne Gründe zu nennen.

Geschäftsführer Andrey Biryulin bleibt laut Gazprom im Amt. Ob es einen Nachfolger auf dem Posten des Hauptgeschäftsführers gibt, ließ ein Sprecher von Gazprom Germania zunächst offen.

Kotenev 53-Jährige war seit dem 1. Juli 2010 Deutschland-Chef. Der heute 53-Jährige sollte eigentlich das angeschlagene Image des deutschen Gazprom-Ablegers aufpolieren. Unter der Führung seines Vorgängers Hans-Joachim Gornig, einem früheren Vize-Direktor der Erdöl- und Erdgaswirtschaft der DDR, hatten sich die Negativ-Schlagzeilen peinlich gehäuft. So hatte Gornig offenbar mehrere Manager mit Stasi-Vergangenheit verpflichtet.

Mit Kotenev sollte alles offener, moderner werden. In Berlin war er kein Unbekannter. Vor seinem Amt bei Gazprom war Kotenev von 2004 bis 2010 russischer Botschafter in Berlin und dort auch als Ausrichter legendärer Promi-Partys im Botschaftspalast Unter den Linden bekannt geworden. Seine Diplomaten-Laufbahn hatte er 1979 im West-Berliner Generalkonsulat der UdSSR begonnen.

Gazprom Germania vermarktet von Berlin aus Erdgas aus Russland und Zentralasien in Deutschland und Westeuropa. Der deutsche Gazprom-Ableger hat insgesamt 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 180 am Hauptsitz der Unternehmensgruppe in Berlin.