Bilanz 2010

Deutsche gründen trotz Aufschwung seltener Firmen

Trotz Wirtschaftsboom sind 2010 weniger neue Firmen in Deutschland entstanden. Die Behörden zählten einen Rückgang von fast drei Prozent.

Foto: dapd

Im Boomjahr 2010 sind in Deutschland weniger Unternehmen gegründet worden als in der Krise zuvor. Das Statistische Bundesamt zählte 149.000 neue Betriebe, deren „Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen“. Die Zahl der Neugründungen sank damit gegenüber 2009 um 2,8 Prozent, teilte das Bundesamt mit.

Damals war die Zahl der neu gegründeten Betriebe erstmals seit 2004 wieder angestiegen (plus 3,0 Prozent gegenüber 2008). Gleichzeitig gaben im vergangenen Jahr rund 125.000 dieser Betriebe ihr Gewerbe auf. Das waren 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Zu diesen Betrieben „mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung“ gehören auch Einzelunternehmen – wenn sie im Handelsregister eingetragen sind.

2010 wurden außerdem rund 305.000 Kleinunternehmen (plus 4,2 Prozent) und knapp 265.000 Nebenerwerbsbetriebe (minus 1,5 Prozent) gegründet. Insgesamt sank die Zahl der Gewerbeanmeldungen inklusive Verlagerung, Umwandlung oder Übernahme um 0,2 Prozent auf rund 863.000. Auch die Zahl der Gewerbeabmeldungen sank. Insgesamt zählten die Gewerbeämter knapp 714.000 (minus 2,0 Prozent) Schließungen, Betriebsübergaben, Umwandlungen und Fortzüge. Dem standen 125.000 Betriebsaufgaben gegenüber. Das entspricht einem Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.