Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Bundesregierung aufgefordert, Lohndumping in der Zeitarbeit zu verhindern. „Es gibt in Deutschland faktisch bereits einen tariflichen Mindestlohn in der Zeitarbeit. Die Gestaltungsmacht der Tarifpartner endet aber an der Landesgrenze“, sagte Hundt dem "Hamburger Abendblatt“. „Deshalb brauchen wir den Gesetzgeber, um den Mindestlohn auch auf ausländische Anbieter von Zeitarbeitskräften auszudehnen.“

Angesichts der Marktöffnung für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen EU-Staaten im Mai sehe Hundt die Gefahr, dass ein deutsches Zeitarbeitsunternehmen etwa in Polen eine Filiale aufmache, dort Arbeitnehmer aus Deutschland einstelle und diese dann „auf Basis eines polnischen Tarifvertrags mit vier oder fünf Euro Stundenlohn“ wieder in Deutschland einsetze. Der ab Mai geltende Mindestlohn von 7,79 Euro im Westen und 6,89 Euro im Osten müsse auch auf ausländische Anbieter ausgeweitet werden.

dapd/tma