Unmittelbar vor einer möglichen Vorentscheidung des Verwaltungsrats von General Motors zur Zukunft von Opel hat Kanzlerin Angela Merkel die Position der Bundesregierung im Übernahmepoker bekräftigt: „Unsere Präferenz liegt eindeutig bei Magna. Magna hat Erfahrungen im Automobilbau und das bessere Konzept“, sagte Merkel in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.


Am heutigen Freitag berät der GM-Verwaltungsrat. Aus Verhandlungskreisen hieß es, es werde zwar keine definitive Entscheidung vor nächster Woche erwartet. Es sei aber möglich, dass der Verwaltungsrat schon heute eine Empfehlung abgibt.


Neben dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna ist der belgische Finanzinvestor RHJ im Rennen, der bisher von GM favorisiert wird. Merkel sagte, sie sehe die Chancen für RHJ sehr kritisch. „Wir müssen zusammen mit GM eine gemeinsame Lösung finden“, fügte sie aber hinzu.

Nach GM muss die Opel-Treuhandgesellschaft über eine Übernahme entscheiden. In deren Verwaltungsrat sitzen je zwei Vertreter von GM und der Bundesregierung sowie als „neutrales Mitglied“ der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin.

Vor den Beratungen im Verwaltungsrat die britische Regierung eine Entscheidung nach objektiven Kriterien angemahnt. Diese müsse „die langfristige Lebensfähigkeit sowohl von Opel als auch von Vauxhall in Großbritannien sicherstellen“, erklärte Wirtschaftsminister Peter Mandelson. Die Entscheidung „sollte nicht durch politische Erwägungen in irgendeinem Land verzerrt werden“, forderte der Minister. Vauxhall mit seinen 5000 Beschäftigten im Vereinigten Königreich ist die britische Schwestermarke der früheren GM-Tochter Opel.

„Die britische Regierung hat den GM-Verwaltungsrat gebeten, die relevanten Interessen in allen europäischen Ländern vollständig zu berücksichtigen, da dies die Entscheidungen aller Mitgliedsstaaten über staatliche Finanzierung und die Genehmigung staatlicher Beihilfen durch die Europäische Kommission bestimmen wird“, hieß es in der Erklärung Mandelsons.

AP/AFP/dpa/Reuters/PHJ