Ferrero

Nutella-Chef stirbt bei Sturz vom Fahrrad

Einer der Chefs des italienischen Süßwarenkonzerns Ferrero, Pietro Ferrero, ist tot. Der 47-jährige Enkel des Firmengründers starb bei einem Unfall während einer Reise in Südafrika.

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Einzelheiten zum tödlichen Unfall des Konzern-Chefs Pietro Ferrero nannte das Unternehmen nicht. Die italienische Tageszeitung "La Stampa" berichtete von einem Fahrrad-Unfall. Ferrero habe sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern in dem afrikanischen Land aufgehalten. Bekanntestes Produkt des Konzerns ist die Nuss-Nougatcreme Nutella.

Pietro hatte den Konzern seit Ende der 90er Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni geleitet. Ihr Vater, der 85-jährige Michele Ferrero, ist der reichste Mann Italiens. Offiziell hat sich der Familienpatriarch Michele nie darauf festgelegt, wer von beiden Brüdern die Führungsrolle übernehmen soll. Doch Pietro galt als der Ehrgeizigere der Geschwister. So wird vermutet, dass Pietro die treibende Kraft hinter den Versuchen Ferreros war, erstmals in der Firmengeschichte durch Zukäufe zu wachsen.

Vor zwei Jahren prüfte Ferrero die Übernahme des britischen Süßwarenkonzerns Cadbury, zunächst allein, dann gemeinsam mit dem wesentlich größeren US-Schokoladenhersteller Hershey. Allerdings machte der US-Konzern Kraft Foods damals das Geschäft. Im März gab Ferrero dann bekannt, einen Einstieg beim italienischen Milchkonzern Parmalat prüfen zu wollen. Mit dem Tod Pietros dürfte der Plan abgehakt sein. Italienische Zeitungen hatten schon mehrfach berichtet, dass das Unternehmen das Interesse am Kauf bereits verloren hat.

Pietro Ferrero hatte im Gegensatz zu seinem öffentlichkeitsscheuen Vater, der in Monte Carlo lebt, kaum Berührungsängste mit der Finanzwelt Italiens. So war er lange Mitglied im Verwaltungsrat der italienischen Geschäftsbank Mediobanca. Während er vom Städtchen Alba im Piemont aus vor allem für das industrielle Geschick der Firma verantwortlich war, kümmerte sich sein Bruder Giovanni um die in Luxemburg ansässige Holding, die das Ferrero-Reich bündelt.

Ferrero ist eines der erfolgreichsten Unternehmen Italiens. Gegründet wurde Ferrero 1946 von Pietro Ferrero, dem Großvater des jetzt verstorbenen Pietro Ferrero. Der Firmengründer ist auch der Erfinder der Schokocreme. Die Marke Nutella hat allerdings erst der Sohn Michele groß herausgebracht. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Familienunternehmen zu einem Konzern mit 6,3 Milliarden Euro Umsatz. Neben Nutella gehört das Überraschungsei zu den erfolgreichsten Produkten Ferreros. Es wurde 1974 erfunden. Auch Hanuta, Mon Cheri, Rocher und Yogurette.

Ferrero besteht aus 36 Gesellschaften. Sie besitzt weltweit 15 Produktionsstätten, das deutsche steht im hessischen Stadtallendorf. Sitz der Deutschlandzentrale ist Frankfurt/Main. Der Konzern beschäftigt rund 21 400 Mitarbeiter. Vermutlich aus steuerlichen Gründen ist die Konzern-Holding in Luxemburg angesiedelt. das operative Geschäft steuert Ferrero vom Stammsitz in Alba aus.