Den Kunden der Privatbahnen in Deutschland stehen neue Streiks bevor: Die Gewerkschaft der Lokführer GDL hat zu einem 60-stündigen Arbeitskampf ab 14 Uhr aufgerufen. Der Streik solle bis Donnerstagmorgen 2 Uhr andauern, teilte die GDL in der Nacht mit.
Ihren bisher längsten Streik will die Lokführergesellschaft GDL auch in Berlin und Brandenburg beginnen. In der Region wird es aber nur die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG) betreffen. Auf den meisten Strecken wird nach ODEG-Angaben ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, vereinzelt fallen Strecken aber auch ersatzlos aus, wie etwa von Eberswalde nach Prenzlau. Anderswo wird auf den parallel verkehrenden Bus oder die S-Bahn verwiesen. Nur die Linien Eberswalde-Joachimsthal und Lichtenberg-Eberswalde sollen planmäßig bedient werden, am heutigen Montag ab 17 Uhr zusätzlich die Strecke von Werneuchen bis Ahrensfelde.
Reisenden wird empfohlen, vor Fahrtantritt das Servicetelefon der ODEG (Tel.: 030-514.888888) zu nutzen.
Die Gewerkschaft werde die ODEG in ähnlichem Umfang wie schon in der vergangenen Woche bestreiken, sagte der Bezirksvorsitzende Berlin-Sachsen-Brandenburg Sachsen, Frank Nachtigall. Die Streikaktionen würden so lange dauern, bis das Unternehmen zur Vernunft komme und an den Verhandlungstisch zurückkehre. Die Moral der Streikenden sei gut.
Bei dem am vergangenen Samstag beendeten 48-stündigen Ausstand war es der ODEG gelungen, auf vielen Strecken planmäßig zu fahren. Zudem wurden Busse eingesetzt, es gab aber auch Verspätungen. Außerdem forderte das Unternehmen seine Fahrgäste auf, auf Streckenabschnitten in Berlin die S-Bahn zu benutzen. Diese wird wie auch die Regionalbahn nicht bestreikt. Am Freitag war es hier zu einem Tarifabschluss gekommen.
Nach GDL-Angaben haben die Lokführer jetzt bereits mehr als 20 Bahngesellschaften, die Konkurrenten der Deutschen Bahn, 119 Stunden lang bestreikt. Trotzdem habe es bisher keine Angebote zu einem neuen Verhandlungseinstieg gegeben. Die GDL will mit ihrem Arbeitskampf unabhängig von den einzelnen Arbeitgebern gleiche Arbeitsbedingungen für die etwa 26.000 Lokführer in Deutschland bewirken.
dpa/AFP/sei



