Die „Süddeutsche Zeitung" berichtete vorab, eine Schadenersatzklage gegen Pierer sei unvermeidbar. Alle bisherigen Gespräche über einen Vergleich seien gescheitert.

Siemens fordert sechs Millionen Euro vom Ex-Chef, weil dieser die Geschäfte des Konzerns nicht genau genug kontrolliert habe. Das habe die weltweiten Schmiergeldzahlungen ermöglicht, die inzwischen zu einem Schaden in Milliardenhöhe geführt hätten. Pierer weist das zurück.

Das Blatt schrieb, keiner der Beteiligten gehe davon aus, dass es vor der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch zu einem letzten Einigungsversuch kommt. Auch Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wolle nicht mehr auf Pierer zugehen, um ihn zum Einlenken zu bewegen. Das sei aussichtslos.

Die Mehrzahl der zehn Ex-Vorstandsmitglieder, von denen Siemens Schadenersatz verlangt, habe hingegen eingelenkt, schrieb die Zeitung. Der Aufsichtsrat habe bereits beschlossen, gegen jene Manager gerichtlich vorzugehen, die nicht spätestens im November nachgeben. Das wolle das Gremium am Mittwoch bestätigen. Die sich abzeichnende Klage gegen Pierer solle nicht mehr in diesem Jahr, aber vor der nächsten Aktionärsversammlung von Siemens Ende Januar eingereicht werden.

ddp/lw