Forderung der Industrie

Steuerrabatt soll Absatz von E10-Benzin ankurbeln

Die Mineralölwirtschaft sieht nur einen Ausweg aus dem E10-Dilemma: eine Steuersenkung. Die Lobbyisten haben auch gleich erklärt, wie hoch sie ausfallen soll.

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Die Mineralölwirtschaft fordert eine niedrigere Besteuerung des umstrittenen Biosprits E10, um skeptische Autofahrer zu überzeugen. „E10 hat eine Chance, wenn es fair besteuert wird“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard, der "Bild"-Zeitung.

Die niedrigere Energieausbeute der Sorte mit bis zu zehn Prozent Bioethanolanteil müsse berücksichtigt werden, forderte Picard. „Entsprechend des geringeren Energiegehalts fordert die Mineralölindustrie eine Senkung der Energiesteuer für E10 um zwei Cent.“ Auch der Auto Club Europa hatte sich vor wenigen Tagen für einen solchen Steuerrabatt ausgesprochen.

Die Mineralölwirtschaft ist verpflichtet, in diesem Jahr 6,25 Prozent an Biosprit mit dem herkömmlichen Treibstoff zu verkaufen. Allerdings vertragen rund zehn Prozent der Motoren die E10-Sorte nicht. Aus Verunsicherung tanken viele Autofahrer den neuen Kraftstoff nicht, weshalb das übrige Super-Benzin knapp wird. Knapp zehn Prozent der Autos vertragen den neuen Sprit nicht.

Der Preis für den umstrittenen neuen Kraftstoff ist indes leicht gesunken. Wie der Automobilclub ADAC mitteilte, sank kostet der Biosprit 1,515 Euro je Liter und damit 1,3 Cent weniger als noch vergangene Woche. Der ADAC kritisierte, dass ein Liter Diesel wie in der Vorwoche im bundesweiten Schnitt 1,441 Euro kostete und damit nur noch 7,4 Cent günstiger war als Benzin. Dabei würden auf den Liter Diesel fast 22 Cent weniger Steuer erhoben. Der ADAC forderte die Mineralölkonzerne auf, den Autofahrern zu erklären, warum Diesel seit mehreren Wochen „klar überteuert“ sei und sich dem Benzinpreis immer mehr annähere.