Die Börsen Chiles, Perus und Kolumbiens haben offiziell die Testphase einer Gemeinschaftsbörse gestartet. Unter dem Namen „Mercados Integrados Latinoamericanos“ (Mila) (deutsch: Integrierte lateinamerikanische Märkte) ist künftig der Handel der insgesamt 560 an den drei Börsen gelisteten Unternehmen mit einem Gesamtwert von 600 Milliarden Dollar an allen drei Standorten erlaubt.

Mila kommt auf einen Umsatz von 300 Millionen Dollar pro Tag und liegt damit in Lateinamerika hinter der Börse im brasilianischen Sao Paulo noch vor Mexiko und Buenos Aires an zweiter Stelle. Binnen fünf Jahren soll der Tagesumsatz bis auf 1,5 Milliarden Dollar gesteigert werden, was die Hoffnungen der beteiligten Börsen auf die Anlockung von wesentlich mehr ausländischem Kapital ausdrückt.

Die Testphase soll bis etwa Mitte Januar dauern und dazu dienen, Mechanismen und Regeln zu justieren, wie der Präsident der Handelsbörse in Santiago de Chile, Pablo Yrarrázaval, sagte. Die Verzahnung der drei Börsen sehe die Schaffung eines einheitlichen Marktes sowie gleicher Investitions- und Finanzierungsmöglichkeiten vor, fügte der Präsident der Börse in der peruanischen Hauptstadt Lima, Roberto Hoyle, hinzu. Die drei Länder haben konservative Regierungen, unterhalten gute Beziehungen zu den USA und streben die Ausweitung des Handels vor allem mit den aufstrebenden Ländern Südostasiens an.

dpa/cc