Die Aussichten auf weiterhin steigende Kosten haben den Aktienkurs des weltgrößten Internet-Kaufhauses Amazon in den Keller geschickt, obwohl das Unternehmen im abgelaufenen dritten Quartal mehr verdiente als erwartet. Um sein Wachstum weiter voranzutreiben hat Amazon seine Auslieferungszentren ausgebaut und in Technik investiert. Diese Kosten werden auch im vierten Quartal anhalten, sagte Finanzchef Tom Szkutak. Außerdem verstärkte Amazon seine Werbekampagne für das elektronische Lesegerät Kindle, das mit dem iPad von Apple eine starke Konkurrenz erhielt.

Analysten erwarten zudem, dass Amazon in den nächsten Wochen versuchen wird, weitere Kunden zu gewinnen. Weihnachten sei dafür eine gute Zeit, sagte Scott Tilghman von Hudson Square Research. „Wir vermuten, dass Amazon dafür noch Promotion-Pläne in der Schublade hat, um neue Kunden entweder über die Preisgestaltung oder über die Lieferbedingungen zu gewinnen.“ Sie könnten auf etwas Marge verzichten, um eine Chance für langfristiges Wachstum zu nutzen.

Für das vierte Quartal mit dem wichtige Weihnachtsgeschäft erwartet Amazon Umsätze zwischen 12,0 und 13,3 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 26 bis 40 Prozent entsprechen würde. Der operative Gewinn im dem Vierteljahr dürfte den Angaben des Unternehmens zufolge zwischen 360 Millionen und 560 Millionen Dollar liegen.

Im abgelaufenen dritten Quartal war der Umsatz um 39 Prozent auf 7,56 Milliarden Dollar gestiegen. Der Nettogewinn wuchs im dritten Quartal um 16 Prozent auf 231 Millionen Dollar, wie Amazon am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das US-Unternehmen übertraf damit die Markterwartungen. Zugleich stiegen die Betriebsausgaben um mehr als 40 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Das drückte die Amazon-Aktie nachbörslich knapp fünf Prozent ins Minus.

Reuters/mac