Katastrophe in Japan

Schäden belaufen sich auf bis zu 166 Milliarden Euro

Die Weltbank schätzt, dass das Erdbeben und die Flutwelle in Japan Schäden in dreistelliger Milliarden-Höhe verursacht haben.

Die Weltbank schätzt die Schäden in Japan durch das schwere Erdbeben und den Tsunami auf 122 bis 235 Milliarden US-Dollar – das sind bis zu 166 Milliarden Euro. Die Folgen des Atomunfalls seien für Japan und die ganze Region dagegen noch nicht abschätzbar, schreibt die Entwicklungsorganisation in einer Wirtschaftsprognose für die Ostasien- und Pazifikregion, die sie in Singapur veröffentlichte.

Von Erdbeben und Tsunami allein könne sich die japanische Wirtschaft nach einem kurzen Einbruch durch die Wiederaufbauanstrengungen schnell erholen, schreibt die Weltbank. Das lege die Erfahrung nach dem Erdbeben in Kobe von 1995 nahe. Damals betrugen die Schäden 100 Milliarden Dollar.

Die Entwicklungsländer Asiens blieben auf solidem Wachstumskurs, erwartet die Weltbank. Ihr Sozialprodukt dürfte 2011 und 2012 mit 8,2 und 7,9 Prozent wachsen – nach 9,6 Prozent im vergangenen Jahr. Zu den Entwicklungsländern zählt die Weltbank neben Staaten wie die Mongolei und Laos auch Thailand und China.

Zur Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan will die Regierung einen Nachtragshaushalt auflegen. Es sei unumgänglich, bis Juni zwei zusätzliche Haushaltsgesetze mit Mitteln für den Wiederaufbau zu beschließen, sagte Jun Azumi von der regierenden Demokratischen Partei Japans (DPJ), bei einem Besuch der Stadt Ishinomaki in der besonders stark betroffenen Präfektur Miyagi. „Wir werden so schnell wie möglich einen Plan für den Wiederaufbau entwerfen, zügig Behelfsbauten für Erdbebenopfer errichten und die Industrie bei ihren Wiederaufbauarbeiten unterstützen“, sagte Azumi nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo. Das Haushaltsjahr 2011 beginnt in Japan am 1. April.