Ausfuhren

Exporte ziehen im September unerwartet deutlich an

Nach zwei eher mageren Monaten hat die deutsche Exportwirtschaft im September wieder Boden gutgemacht.

Die deutschen Exporte sind im September doppelt so stark wie erwartet gestiegen. Die Unternehmen setzten im Ausland 3,0 Prozent um als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. In den beiden Vormonaten hatte es noch jeweils ein leichtes Minus gegeben. Insgesamt wurden Waren im Wert von 86,9 Milliarden Euro verkauft – 22,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Exporte in die Staaten außerhalb der Europäischen Union zogen mit 37,7 Prozent besonders stark an, während die Ausfuhren in die EU nur um 14,1 Prozent zulegten.

Der Branchenverband BGA rechnet für 2010 mit einem Exportplus von 16 Prozent auf 937 Milliarden Euro – das wäre der stärkste Zuwachs seit zehn Jahren. Von Januar bis September lag das Plus sogar bei 19,0 Prozent. 2011 soll erstmals die Billionengrenze geknackt werden. Wegen der Wachstumsschwäche in den USA und einigen Euro-Ländern sowie dem Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme bei wichtigen Handelspartnern dürften die Geschäfte in den kommenden Monaten aber nicht mehr so rasant wachsen: Im September fielen die Auslandsaufträge der exportabhängigen Industrie sogar um 6,6 Prozent.

Die Importe sanken um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten ein Plus von 0,6 Prozent vorausgesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 70,1 Milliarden Euro eingeführt – 18,0 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der um Saison- und Kalendereffekte bereinigte Handelsüberschuss – die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren – lag im September bei 15,6 Milliarden Euro.