Das neue Flaggschiff der US-Reederei Royal Caribbean bricht alle Rekorde: Die „ Oasis of the Seas “ ist das längste (360 Meter), breiteste (47 Meter) und größte (5400 Betten) Kreuzfahrtschiff der Welt . Die geräumigste Suite erstreckt sich über zwei Ebenen auf 140 Quadratmeter. Baukosten des Riesenkreuzers: knapp eine Mrd. Euro. An diesem Montag wird das im finnischen Turku gebaute Schiff in Fort Lauderdale (Miami) getauft. Sieben Patinnen, für jedes der sieben Herzstücke des Schiffs eine, werden den Megaliner taufen.

Kreuzen soll der Vergnügungsdampfer in der Karibik, denn nur dort gedeiht der„Central Park“, ein bislang auf solchen Schiffen einzigartiger, üppiger tropischer Garten, so groß wie ein Fußballfeld.


Die Kapazität der Reederei steigt mit der Oasis auf einen Schlag um mehr als 250.000 Kabinen im Jahr. Im nächsten Jahr verstärkt überdies die „Allure of the Seas“ die Flotte, das baugleiche Schwesterschiff der Oasis. Dem Chef der Reederei Royal Carribean, Adam Goldstein, ist trotzdem nicht bange. Zwar rechne die Reederei in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 13 Prozent und „das ist der größte Rückgang in unserer Unternehmensgeschichte.“ Royal Carribean werde aber immer noch Gewinn machen. Und so ein Absturz soll so schnell auch nicht wieder vorkommen. Goldstein trimmt sein Management auf Globalisierung, um unabhängiger vom US-Markt zu werden: „Wir müssen neue Märkte erschließen: China, Brasilien, Deutschland.“

Hierzulande betreibt Royal Carribean zusammen mit dem Reisekonzern TUI ein Joint-Venture, für das seit einigen Monaten „Mein Schiff“ unterwegs ist. Goldstein kündigt nun an, dass es nicht bei einem Schiff bleiben soll: „Seien Sie versichert, wir haben TUI-Cruises nicht gestartet, um das Unternehmen als Ein-Schiff-Gesellschaft zu betreiben. Wir schauen uns nach Gelegenheiten um, mit TUI Cruises weiter zu wachsen.“ Wie groß die TUI-Flotte werden soll, sei derzeit aber noch nicht absehbar.

Knapp eine Million Deutsche leisten sich in diesem Jahr eine Hochsee-Kreuzfahrt. Royal Carribean hat laut Goldstein hierzulande derzeit einen Marktanteil von rund fünf Prozent.

Das sei noch erheblich ausbaubar. Knapp 1900 Euro lassen sich Deutsche im Schnitt diese Reisen kosten. Ein Preis, zu dem auch eine Doppelkabine auf der Oasis buchbar ist.

Ein Überangebot in der Karibik durch die neuen Riesenschiffe will Royal Carribean durch Wachstum in Europa und Asien verhindern. Durch das Wachstum auf dem europäischen Markt „gehen viele Schiffe früh im Jahr raus aus der Karibik und kommen erst im Spätherbst zurück“, sagte Goldstein.

Da der Dollar gegenüber dem Euro so stark an Wert verloren hat, können die Amerikaner in Europa ohne große Verluste mit verhältnismäßig niedrigen Preisen ihre Schiffe füllen. Hilfreich ist dabei, dass vor allem Deutsche und Briten mit Billigflugtickets die Häfen am Mittelmeer günstig erreichen können. Und voll müssen die Schiffe sein, denn nur auf einem vollen Schiff stimmen auch die Umsätze, fühlen sich die Gäste wohl und die Mannschaften bekommen ausreichend Trinkgeld.