Sicherheitsbedenken

Lufthansa fliegt Ägypten nur noch tagsüber an

Deutschlands größte Fluggesellschaft fliegt Ägypten nur noch tagsüber an. Insgesamt wird das Angebot nach Afrika deutlich ausgeweitet.

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Die Lufthansa reagiert auf die politische Krise in Nordafrika mit einer Anpassung ihrer Flugpläne und zusätzlichen Flügen. So wurden in Ägypten sämtliche Verbindungen auf Tageszeiten umgestellt. „Dadurch ist gewährleistet, dass unser Bodenpersonal im Hellen sicher zur Arbeit kommt und unsere Passagiere wegen der aktuellen nächtlichen Ausgangssperren den Flughafen erreichen können“, begründet der für die Region Nahost und Afrika zuständige Vertriebschef Joachim Steinbach die Umstellung des Flugplans. Zusätzlich zu den elf planmäßigen wöchentlichen Linienverbindungen mit teils größeren Flugzeugen wie Jumbo und Airbus A340 hat die deutsche Airline Extraflüge nach Kairo durchgeführt, um die auf ihre Ausreise wartenden Menschen rasch aus Ägypten auszufliegen.

Unabhängig von den derzeitigen Turbulenzen in Teilen Nordafrikas will die größte deutsche Airline auf dem Kontinent künftig stark wachsen. „Im laufenden Jahr werden wir unsere Sitzplatzkapazität um 14 Prozent auf den Afrika-Strecken erhöhen“, kündigte Steinbach an. Die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent weise mit durchschnittlich sechs Prozent das zweithöchste Wachstum nach Ostasien auf. Auch seien die Länder kaum durch die jüngste Finanzkrise betroffen worden, so dass die Volkswirtschaften nicht in eine Rezession geraten seien. Das Passagieraufkommen in Afrika habe seit dem Jahr 2001 um 65 Prozent zugelegt, sagte Steinbach. Angesichts der hohen Rohstoffreserven des Kontinents und der zunehmenden Direktinvestitionen dort vor allem durch China sei eine neue wirtschaftliche Dynamik entstanden, die den Luftverkehr beflügeln werde.

Dabei sehen sich die europäischen Airlines jedoch der verschärften Konkurrenz durch asiatische, nahöstliche und US-Fluggesellschaften ausgesetzt. Während die traditionellen interkontinentalen Flugrouten von Afrika via Europa führten, gebe es heute direkte Flüge von der Golfregion, den USA, Indien oder Singapur, so Steinbach. Dieser wachsenden Konkurrenz will Lufthansa im Verbund mit den Konzerntöchtern Swiss, Brussels Airlines, bmi und AUA die Stirn bieten. „Wir koordinieren unser Flugangebot innerhalb der Gruppe und beziehen bei unseren Routenplänen auch Partner der Star Alliance wie South African Airways und Ethiopian Airlines ein“, erklärte der Lufthansa-Manager die Strategie.

Bevor ein neuer Flughafen in Afrika im Liniendienst der Lufthansa angeflogen wird, entsendet die Gesellschaft ein Expertenteam vor Ort. „Die Fachleute überprüfen anhand einer Checkliste, ob etwa die Kerosinversorgung dauerhaft gewährleistet ist, die Sicherheitsbestimmungen vor Ort den Ansprüchen genügen oder die Bodenabfertigung am Flughafen bestimmten Standards entspricht“, sagte Steinbach. Fällt ein Flughafen durch dieses Raster, wird er aus dem Zielkatalog der Lufthansa zunächst gestrichen. Dies sei bisweilen schon passiert.

Im aktuellen Winterflugplan bietet die Lufthansa 115 wöchentliche Flüge zu 18 Zielen auf dem afrikanischen Kontinent an. Zusammen mit den Partnergesellschaften Swiss, der österreichischen AUA, Brussels Airlines und der britischen Linie bmi sind es 269 Flüge.