Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, fordert von der neuen Bundesregierung Steuersenkungen auch bei steigender Staatsverschuldung. Auf die Frage, ob es Steuersenkungen auch auf Pump geben dürfe, antwortete Sinn der „Bild“-Zeitung: „Ja! In einer Krise wie dieser darf der Staat nicht nur auf Pump leben, er muss es sogar. Sonst stürzt die Wirtschaft ab. Wenn Haushalte und Firmen zu viel sparen, muss sich der Staat verschulden, um den Wirtschaftskreislauf zu stabilisieren.“
Verschulde er sich nicht, drohe ein Kreislaufkollaps mit unübersehbaren Konsequenzen, sagte Sinn weiter. Diesen Fehler habe Deutschland in der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 schon einmal gemacht. „Wenn der Staat jetzt mit dem Sparen anfängt, treibt er das Land erneut in die Krise.“
Sinn mahnt die Politik, das Wahlversprechen, die Steuern zu senken, zu halten. „Die Kaufkraftstärkung, die mit einer Steuersenkung verbunden ist, kommt gerade recht, denn die Krise ist noch lange nicht vorbei.“ Eine Nettoentlastung der Steuerzahler sei möglich und nötig. „Wir haben zu hohe Lohnsteuern. Die Progression des Tarifs ist zu scharf.“
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