Deutschland droht 2010 ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit. Trotz leichter Erholung der Wirtschaft werden im Schnitt aller Voraussicht nach 4,1 Millionen Männer und Frauen ohne Stelle sein, prognostiziert das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Dies wären rund 620.000 mehr als in diesem Jahr. Für 2009 rechnet das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,48 Millionen – nach 3,268 Millionen im Jahr 2008.

Selbst in den für den Arbeitsmarkt ungünstigen Wintermonaten werde 2009/2010 jedoch die Zahl der Arbeitslosen nicht über die Fünf-Millionen-Grenze steigen, hieß es weiter. Noch im Juni 2009 hatten die Forscher einen Anstieg auf knapp 4,5 Millionen vorhergesagt.

Der Einsatz der Kurzarbeit entlaste den Arbeitmarkt bisher, schrieben die Forscher, fügten aber hinzu: Eine „nur schwache Erholung von 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2010 wird nicht genügen, um alle derzeit erhaltenen Arbeitsplätze mittelfristig zu sichern“.

Vor allem im Herbst und Winter 2009/10 werde es zu Entlassungen kommen, weil die Firmen die Kosten der Unterauslastung nicht auf Dauer tragen könnten.

Deutschland hatte sich im Frühjahr überraschend aus der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gelöst. Damit haben sich die Aussichten für die Wirtschaft deutlich gebessert.

Zahlreiche Experten erwarten nun für die kommenden Monate eine weitere Belebung der Konjunktur. Forschungsinstitute und Banken haben inzwischen ihre Prognosen kräftig angehoben.

dpa/Reuters/oht