Um die Sicherheit ihrer Spareinlagen haben sich die meisten Deutschen wahrscheinlich niemals ernsthaft gesorgt. Zumindest nicht bis zum Herbst 2008. Damals war auf einmal ein Garantieversprechen der Bundesregierung nötig, um einen Bank-Run der verunsicherten Anleger zu verhindern.

Nun will die EU die Einlagensicherung für Banken vereinheitlichen und damit die Sparer besser schützen. Das klingt erst einmal gut. Zumindest auf dem Papier würden sich viele Bundesbürger nach einer solchen Reform aber schlechter stehen. Pro Kunde sollen zwar 100000 Euro gesichert werden – die bisherigen freiwilligen Sicherungssysteme der deutschen Geldhäuser versprechen allerdings Sicherheit in teils vielfacher Millionenhöhe. Außerdem werde die geplante EU-Garantie für die Spareinlagen drastisch teurer, warnen Branchenvertreter.

Beides trifft zu. Preisgünstig sind die deutschen Sicherungssysteme mit ihren hohen Deckungssummen jedoch vor allem deshalb, weil sie vorrangig auf Leistungsversprechen basieren. Die Summe des tatsächlich zurückgelegten Geldes ist hingegen gering. Bei kleineren Bankpleiten hat sich diese Konstruktion durchaus bewährt – im Falle einer Systemkrise ist sie jedoch hoffnungslos überfordert, wie der Herbst 2008 gezeigt hat.

Brüssel setzt dagegen auf den Aufbau riesiger Sicherungstöpfe, was die Leistungswahrscheinlichkeit im Fall des Falles erhöhen würde. Zahlen müsste dafür aber der Sparer – durch die Begrenzung der versprochenen Garantie und durch wahrscheinlich noch niedrigere Zinsen auf Sparguthaben.