Arzneimittel

Preise für neue Medikamente steigen dramatisch an

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Teure Medikamente belasten die Kassen: Eine Studie hat Preisanstiege um bis zu 25 Prozent bei neuen Präparaten gegen Rheuma oder Krebs ermittelt.

20 Medikamente verursachen ein Fünftel der Arzneimittelausgaben. Das belegt der Arzneimittel-Report 2010, den die Barmer GEK am Mittwoch in Berlin vorstellte. Neue Arzneimittel gegen Rheuma, Krebs, Asthma oder Multiple Sklerose belasteten zunehmend die Budgets der Krankenkassen, erklärte die Barmer GEK. Der Arzneimittel-Report 2010 verzeichnete Steigerungsraten von bis zu 25 Prozent bei den 20 Top-Medikamenten. Der durchschnittliche Ausgabenzuwachs für Arzneimittel lag bei sechs Prozent.

Der Report, der zum zehnten Mal erscheint, bietet auf der Basis von 8,5 Millionen Versicherten einen Überblick zu Ausgabentrends im Arzneimittelmarkt. Barmer-GEK-Vize-Chef Rolf-Ulrich Schlenker warnte am Mittwoch in Berlin vor einer Überforderung der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgrund der hohen Medikamentenpreise. „Warum verlangen die Pharmafirmen für das Krebsmittel Glivec in Großbritannien 1800 Euro, bei uns aber 2800 Euro? Durch das Innovationsargument sind solche Preisunterschiede jedenfalls nicht gedeckt“, sagte Schlenker. Das Preismonopol der Hersteller müsse relativiert werden.

Von den rund 3,7 Milliarden Euro Arzneimittelkosten der Barmer GEK für 2009 entfallen rund 20 Prozent oder 700 Millionen Euro auf die Top-20-Präparate. Auf Platz eins und zwei finden sich zwei neue Rheumamittel mit Ausgabensprüngen um 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei bis fünf liegen Präparate gegen Multiple Sklerose mit einem Ausgabenanstieg um zwölf bis 24 Prozent. Für das führende Krebsmittel Glivec, Platz acht bei Barmer GEK, wurde ein Ausgabenzuwachs von 17 Prozent verzeichnet.