Noch ist nicht klar, wer Aufsichtsratsvorsitzender und wer Vorstandschef beim Bankhaus Sal. Oppenheim wird. So gut wie sicher ist hingegen, dass die Deutsche Bank in noch größerem Umfang bei der Kölner Privatbank einsteigt als bisher bekannt. Wie die „Welt am Sonntag“ aus Finanzkreisen erfuhr, wollen die Frankfurter schon im ersten Schritt mehr als 75 Prozent übernehmen und einen Beherrschungsvertrag abschließen. „Das erleichtert die Integration und gibt ein Signal der Stabilität nach außen“, heißt es in Verhandlungskreisen.
Auch das Problem der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds scheint einer Lösung nahe. Wegen der gemeinsamen Investments mit dem Kölner Bauunternehmer Josef Esch soll voraussichtlich ein Treuhandkonto eingerichtet werden, auf das die Eignerfamilien erst zugreifen können, wenn die Investments abgewickelt sind und sich die Werterwartungen erfüllt haben. Dabei soll es sich um eine Summe von mehreren Hundert Millionen Euro bei einem Portfolio von über vier Milliarden Euro handeln. Hohe Wertberichtigungen haben sich auch auf das Halbjahresergebnis von Sal. Oppenheim ausgewirkt, das der amtierende Bankchef Matthias Graf von Krockow bislang noch nicht bekannt gegeben hat.
„Wir wollen besenrein die Verhandlungen zum Abschluss bringen“, heißt es im Oppenheim-Umfeld. Erwartet wird, dass die beiden Banken sich bis Mitte Oktober geeinigt haben. Dann läuft die Zusicherung exklusiver Verhandlungen zwischen Sal. Oppenheim und der Deutschen Bank aus.



