Für viele ist es nach wie vor das Maß der Dinge: Durch eine Aktualisierung der Testkriterien führt das iPhone 3GS jetzt die Handy-Bestenliste knapp vor dem alten Spitzenreiter Nokia N97 an. Die tolle Bedienung und die guten Internet-Funktionen geben den Ausschlag. Apple-Fans schwören auf das vielseitige Angebot im App Store und sind überzeugt: Nur das neue iPhone schlägt das 3GS. Den anderen zeigt "Computer Bild" Alternativen.
iPhone-Leistung zum Prepaid-Tarif?
Das iPhone ist nicht billig, kommt nicht für jeden infrage. Aber: Große Touchscreens, , Internet- und E-Mail-Unterstützung, Kamera- und Videofunktionen, Chat-Clients und die Einbindung von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter müssen nicht teuer sein: Das Nokia 5230 schrammte nur knapp an einer guten Testnote vorbei – dabei kostet es ohne Vertrag nicht mal 130 Euro und bietet sogar Gratis-Navigation (Stand: April 2010).
Aber Vorsicht: Viele Anwendungen laden ständig Daten aus dem Internet! Schnell kommen ohne passenden Vertrag einige Hundert Megabyte zusammen. Bedenken Sie das bei der Tarifwahl, sonst mutiert das „Sparphone“ zur Kostenfalle.
Mit der "Computer Bild"-Ausgabe 8/2010 wurden die Testkriterien für Handys aktualisiert. Die Gewichtung ist praxisorientierter. Die wichtigsten Neuerungen:
- Bedienung: Die Tester bewerten, wie einfach und intuitiv Bedienung, Navigation und Wechsel zum Hauptmenü sind. Ist Einhandbedienung möglich und gibt es eine QWERTZ-Tastatur?
- Internet: Schnelligkeit und Darstellung werden nach den gleichen Maßstäben wie Firefox, Internet Explorer & Co. getestet.
- Akku-Laufzeit: Die Akkumessung berücksichtigt Internet-Dauerverbindungen per Mobilfunk sowie WLAN-Nutzung und GPS.
Zum Vergleich: Altes Testverfahren
Künftig bewertet "Computer Bild" alle Handys nach dem neuen Testverfahren. Die alte Bestenliste bietet aber nach wie vor einen guten Überblick über die zahlreichen, aufwendig getesteten Smartphones. Innerhalb des alten Testverfahrens ist die Vergleichbarkeit somit weiterhin gegeben.
Internetqualitäten der iPhone-Konkurrenten
Grundsätzlich lassen sich auch für den PC gedachte Internetseiten auf dem Handy-Bildschirm anzeigen. Nur das Nokia N900 zeigte mehr Internetseiten ohne Fehler als das iPhone und kam von allen bislang getesteten Geräten als einziges mit dem aktuellen Flash-Format klar. Das iPhone baut die Seiten aber am schnellsten auf.
Smartphone: GPS und Navigation
Die meisten aktuellen Handys haben einen GPS-Satellitenempfänger und lassen sich mit entsprechender Software als Navi mit Sprachansage im Auto nutzen. Bei Nokia ist die Navi-Software seit 2010 sogar kostenlos. Bezahl-Angebote geraten dadurch zunehmend unter Druck.
Qualität des Displays
Das iPhone-Display war im Test sehr hell und im Gegensatz zu anderen Touchscreens kaum anfällig für Kratzer. Mehr als nur ebenbürtig bei der Bildqualität präsentieren sich das HTC Hero und das C903 von Sony Ericsson.
Rund doppelt so viele Bildpunkte – und damit viel detailreichere Bilder – bieten das Milestone von Motorola, Nokias N900 und das HTC Desire.
Der schärfste iPhone-Gegner heißt Google
Viele sehen im Google-Betriebssystem Android die Ursache für das angespannte Klima zwischen Apple und Google. Mehrere Hersteller wie HTC, Sony Ericsson und Motorola statten Ihre Geräte mit dem Open-Source-Betriebssystem aus. Die Bedienung ist ähnlich gut und Daten (etwa Musik) kopieren Sie beliebig hin und her. Bei Apple führt hingegen kein offizieller Weg an iTunes vorbei.
Telefonieren mit den Multimedia-Handys
Das iPhone und seine Konkurrenten haben eine ähnliche Sende- und Empfangsqualität wie viele andere Handys. Alle Testkandidaten speichern mehrere Hundert Nummern, die Einträge lassen sich mit dem Adressbuch auf dem PC abgleichen. Beim Freisprechen bieten die meisten Geräte dank vergleichsweise hochwertiger Lautsprecher viel Komfort.
UMTS, WLAN: Datenübertragung
Auch mit seinem maximalen UMTS-Tempo von knapp sieben Megabit pro Sekunde (Mbps) spielt das iPhone 3GS in der ersten Liga. Der UMTS-Überflieger kommt von Nokia: Das unscheinbare 6700 Classic protzte im Test mit mehr als neun Mbps. Allerdings können die Provider in der Praxis gar nicht so viel liefern. Internet per WLAN beherrschen inzwischen immer mehr Multimedia-Handys; praktisch vor allem, wenn im Büro oder zu Hause entsprechender Funkkontakt besteht. Im Ausland, wo der Datenempfang weiterhin extrem teuer ist, leistet WLAN ebenfalls gute Dienste. WLAN-Hotspots am Flughafen oder im Hotel drücken die Kosten.
Die Kameras der Testkandidaten
Während die iPhone-Kamera im Test enttäuschte, bot das Nokia N86 8MP die bislang beste von "Computer Bild" gemessene Handy-Fotoqualität. Samsung S7220 UltraClassic und Sony Ericsson W995 schossen ebenfalls bessere Fotos als das iPhone, das bei der für Schnappschüsse wichtigen Auslöseverzögerung punktete: Die war mit 0,25 Sekunden sehr viel kürzer als beim Nokia N86 8MP (das nach 1,4 Sekunden die Bilder im Kasten hatte).
Das iPhone 3GS zeichnet auch Videos auf. In ähnlicher Qualität filmen zum Beispiel Nokia N97, Nokia 5800 Xpress Music, LG Arena. Nokia N900, Motorola Milestone und S8000 Jét von Samsung speichern die besten Videos.
Smartphones: Akku-Laufzeit
Der große Bildschirm und die vielen Funktionen des iPhones benötigen reichlich Strom. Das 3GS hält zwar länger durch als das 3G, aber kürzer als viele Konkurrenten. Bei intensiver Nutzung verlangen nahezu alle Smartphones täglich nach einer Steckdose.
Fazit: Das geniale Bedienkonzept und das helle Display sind starke Argumente für das iPhone. Die zahlreichen Programme im App Store bieten vielfältige Erweiterungsmöglichkeiten. Aber: Das iPhone OS ist rigoros an iTunes gebunden. Die Stärken der Konkurrenz: Aktuelle Displays fahren viel mehr Bildpunkte auf und zeigen damit ein schärferes Bild. Kostenlose Navigation gibt es schon bei günstigen Smartphones.
Handy-Vorschau: Alle Geräte und Trends 2010
Quelle: Computer Bild.
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