Deutschlands Export boomt so stark, dass das Land 2011 erstmals in seiner Geschichte Waren im Wert von mehr als einer Billion Euro ausführen wird. Das ist eine gute Nachricht. Und man kann sich schon vorstellen, wie die schwarz-gelbe Koalition versuchen wird, diesen Erfolg auf ihr Konto zu buchen. Angesichts der schlechten Umfragen hat sie das auch dringend nötig.
Nur hat der Aufschwung bei den Ausfuhren wenig mit den Maßnahmen von Schwarz-Gelb zu tun. Diesen Erfolg haben sich Deutschlands Firmen und deren Mitarbeiter hart erarbeitet, in dem sie anders als in anderen Ländern in vielen vergangenen Jahren auf schnell steigende Löhne verzichtet haben. Daher sind hiesige Betriebe derzeit besser aufgestellt als die meisten ihrer Wettbewerber in Frankreich, Japan oder den USA. Und nur daher läuft hierzulande die Konjunktur auch besser als dort.
Nur muss das nicht so bleiben. Der Export ist eine empfindliche Pflanze, die sehr vom Wohlergehen anderer Weltregionen abhängig ist. Dass die US-Wirtschaft schwächelt, dass weite Teile Europas an der Schuldenkrise laborieren, ist für uns nur deshalb kein Problem, weil China, Brasilien und andere Schwellenländer boomen.
2009 hat die Gefahren für eine Exportnation aufgezeigt
Nicht zuletzt diese Staaten sorgen für unser Exportwachstum. Ändert sich die Lage dort, dann trifft das nicht nur einzelne Betriebe hier, sondern die gesamte Volkswirtschaft hart. Das ist die Gefahr, wenn man wie Deutschland eine Exportnation ist. Die Krise des Jahres 2009 hat das furchterregend gezeigt.
Schon deshalb war es wichtig, dass in diesem Jahr – anders als in der Vergangenheit – die Inlandsnachfrage stark zum Wachstum beigetragen hat. Die Politik sollte angesichts der instabilen Weltwirtschaft nichts tun, was diese Entwicklung gefährdet.
Steuererhöhungen, weiter steigende Beiträge der Sozialkassen – all das wäre Gift für die Konjunktur, weil es Konsumenten und Investoren in die Brieftasche greift. Man kann nur hoffen, dass vor allem die eifrigen Sozialpolitiker der Regierung mit ihren teuren Wünschen das begreifen.




