Flugreisen

Frankfurter Flughafen setzt stärker auf Billigflieger

In der Krise kämpft der Frankfurter Flughafen mit sinkenden Passagierzahlen. Nun will sich der Airport – nach Eröffnung der neuen Landebahn 2011 – stärker für Billigflieger öffnen. Die ersten Fluggesellschaften zeigen bereits Interesse. Außerdem sind mehr Direktflüge in chinesische Großstädte geplant.

Der Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport setzt künftig verstärkt auf Billigflieger. Konkrete Gespräche würden bereits geführt, sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte der "Wirtschaftswoche“. „Wir sind mit Easyjet in Kontakt.“ Die größeren Kapazitäten durch die neue Landbahn böten dann aber auch anderen Billigfliegern Chancen.

Wenig Interesse habe Fraport an Flügen in die deutsche Provinz. „Wir brauchen hochwertigen Verkehr, also neue Langstrecken- oder Europaflüge, aber nicht noch mehr kleine Maschinen nach Nürnberg oder Amrum.“

Konkretes Interesse hätten neben Easyjet zahlreiche asiatische Fluglinien. „Allein in China gibt es fast zwei Dutzend Städte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern, die keine Nonstop-Flüge nach Europa haben. Für die haben wir jetzt Platz.“

Keine Schwierigkeiten sieht Schulte bei der Finanzierung des Flughafenausbaus. „Die Finanzierung steht, wir haben gerade eine Anleihe über 800 Millionen Euro erfolgreich platziert.“

Schulte verteidigt das Konzept, wonach die Fluggesellschaften an den Kosten für den Flughafenausbau beteiligt werden. „Den machen wir, weil die Fluglinien ihn jahrelang verlangt haben. Die Investitionen in weiteres Wachstum haben wir gemeinsam gewollt, geplant und umgesetzt. Jetzt müssen wir sie auch gemeinsam finanzieren.“

Dazu gehöre auch eine Erhöhung der Gebühren. „Ich verstehe, dass aus Sicht der Airlines jede Erhöhung schwierig ist, besonders in der Krise. Aber wir sprechen von 1,70 Euro pro Ticket.“

Vorsichtig äußerte sich Schulte zu den Passagierzahlen. Für das Jahr 2009 erwartet er ein Minus „von mindestens sechs Prozent“ im Vergleich zu 2008. „In den kommenden beiden Jahren erwarten wir nur einen leichten Aufschwung von schätzungsweise etwa zwei Prozent.“