Der Euro hat zu Wochenbeginn die Marke von 1,58 Dollar übersprungen. Die Gemeinschaftswährung notierte am Montag zeitweise bei 1,5825 Dollar, nachdem sie vergangenen Freitag im späten US-Handel auf 1,5768 Dollar zugelegt hatte. Der Referenzkurs wurde am Montagnachmittag mit 1,5784 Dollar festgelegt.
Der Euro war Ende vergangener Woche nach schwachen US-Konjunkturdaten sowie Hinweisen der Europäischen Zentralbank auf eine baldige Zinserhöhung wieder deutlich gestiegen. Den bisher höchsten Stand in ihrer Geschichte hatte die Gemeinschaftswährung am 22. Mai mit 1,6002 Dollar erreicht.
Unterdessen nahm die Bundesregierung die Europäische Zentralbank vor Kritik in Schutz. „Wir haben keine Kritik an Herrn Trichet und der EZB zu üben“, sagte Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Die EZB werde ihrem Auftrag gerecht. Steg fügte an, die Bundesregierung halte die Unabhängigkeit der EZB von politischer Einflussnahme für unverzichtbar.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte vergangene Woche signalisiert, die Währungshüter könnten Anfang Juli die Zinsen in der Euro-Zone erhöhen. Dies setzte den Dollar unter Druck. Bereits heute ist der Abstand der Leitzinsen zwischen dem Euro-Raum mit 4 Prozent und den USA mit 2 Prozent deutlich. Für Anleger ist es daher attraktiver, in Euro als in Dollar zu investieren.
Hinzu kamen Ende vergangener Woche schlechte US-Konjunkturdaten, die für einen weiteren Schwächeanfall der US-Währung sorgten. So war die Arbeitslosenrate im Mai auf 5,5 Prozent gestiegen nach 5 Prozent im Vormonat. Es war der stärkste Monatsanstieg seit Februar 1986.
AP/ras


