Mit dem Offensivgeist der Deutschen scheint es derzeit nicht weit her. Denn nicht nur die Mannen von Bundestrainer Jogi Löw befinden sich momentan eher im Rückwärtsgang. Auch die hiesigen Anleger haben ihre Depots eher defensiv ausgerichtet. Da könnte es sich als böses Omen für das Entscheidungsspiel am Montag erweisen, dass ausgerechnet die österreichischen Börsianer offensiver und mutiger als die Deutschen sind. Das ist das Ergebnis einer Studie der DAB Bank. Die Direktbank hat dazu die Zusammensetzung von rund 500.000 Privatanlegerdepots in Deutschland sowie von knapp 40.000 Depots des österreichischen Tochterunternehmens direktanlage.at. untersucht.

Die defensive Ausrichtung der deutschen Investoren macht sich beispielsweise in ihrer Vorliebe für festverzinsliche Wertpapiere bemerkbar. Deren Anteil in den schwarz-rot-goldenen Depots macht fast zehn Prozent aus, während die Österreicher die Anlageklasse nicht ganz so stark gewichtet haben. Dafür sind unsere Nachbarn aktiver im Geschäft mit spekulativen Optionsscheinen.


Doch es gibt noch Hoffnung: Denn die deutschen Investoren offenbaren einen Hang zu taktischen Raffinessen. So ist der Anteil von Zertifikaten – die für ihre Ideenvielfalt bekannt sind - in hiesigen Depots deutlich höher. Daran sollten sich die deutschen Nationalspieler ein Beispiel nehmen. Denn eine Art kontrollierte Offensive könnte das richtige Mittel zum Erfolg sein – es wäre nicht das erste Mal.

nan