Der Ölpreis wird nach Einschätzung des Förderlandes Iran noch weiter steigen. Im Spätsommer 2008 werde der Preis bei 150 Dollar je Fass liegen, prognostizierte der iranische Abgesandte bei der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Mohammed Ali Chatibi.


Als Gründe nannte er den schwachen Dollar und die „Situation im Nahen Osten“, ohne jedoch hierzu Details zu nennen. Der Ölpreis war zuvor zeitweise um zehn Dollar in die Höhe geschossen und hatte das neue Rekordniveau von über 139 Dollar erreicht.

Iran ist der viertgrößte Ölexporteur der Welt. Der Streit über das Atomprogramm des Landes gilt als einer der Faktoren für einen hohen Ölpreis, da eine Eskalation zu Förderproblemen führen könnte.


Nach seinem Rekordsprung vom 6. Juni ist der US-Ölpreis inzwischen wieder leicht gesunken. Im frühen Handel sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Auslieferung im Juli auf 137,71 Dollar. Das waren 83 Cent weniger als zum Handelsschluss am vergangenen Freitag.


Zum Wochenausklang hatte der WTI-Preis nach einem Preissprung von rund elf Dollar - dem bisher größten Anstieg innerhalb eines Handelstages - den Rekordstand von 139,12 Dollar markiert. Händler führten den drastischen Preisanstieg auf mehrere Faktoren zurück.


Beflügelt habe den Ölpreis vor allem die neuerliche Dollarschwäche, die ihrerseits durch enttäuschende Arbeitsmarktzahlen aus den USA und die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf eine baldige Zinserhöhung ausgelöst worden sei. Verwiesen wurde auch auf geopolitische Risiken wie den anhaltenden Konflikt um das iranische Atomprogramm.

„Der Preissprung hat nichts mit Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt zu tun“, kommentierte Analyst Victor Shum vom Beratungsunternehmen Purvin and Gertz. Die Fundamentaldaten hätten sich zuletzt nicht geändert.

dpa/Reuters/oht