Die drückende Hitze in Deutschland macht die Hoffnungen auf eine reichhaltige Getreideernte zunichte. Der Deutsche Bauenverband rechnet mit deutlichen Ertragseinbußen. Die Getreideernte werde in diesem Jahr mit etwa 45 Millionen Tonnen um 10 bis 20 Prozent unter dem Durchschnitt ausfallen, sagte ein Verbandssprecher.
Besonders gelitten hat in den vergangenen zwei Monaten der Mais. Jedoch wird Mais in Massen benötigt, da es als Futterpflanze und als nachwachsender Rohstoff für Biogasanlagen dient. Jeder Tag mit Temperaturen über 30 Grad kostet bei der Ernte pro Hektar einen Doppelzentner Getreide.
Bei Temperaturen von über 30 Grad reift das Getreide schneller ab, was in der Landwirtschaft als „Notreife“ bezeichnet wird. Bei der Notreife erhöhen Pflanzen ihre Samenproduktion und reifen vorzeitig. Dies mindert die Qualität des Getreides. „Die Wetterextreme sind sehr stark in diesem Jahr: Jetzt die Hitze und der fehlende Niederschlag, davor der lange Winter und ein kalter, verregneter Mai“, sagte der Sprecher. „Das alles ist keine Grundlage für eine gute Ernte.“
Nach einem strengen Winter folgte ein feuchtes, kaltes Frühjahr - teilweise fast noch mit Bodenfrost im Mai und Juni – dann plötzlich tropische Hitze mit über 30 Grad. Das hat den Pflanzen schwer zu schaffen gemacht. Weil auch in vielen anderen europäischen Ländern mit Ernteausfällen infolge der Hitzewelle gerechnet wird, ist der Weizenpreis an der Börse seit Anfang Juni von 138 auf aktuell rund 160 Euro je Tonne gestiegen – ein Plus von rund 16 Prozent.
Reuters/dpa/ott





