Der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo will im Zusammenhang mit der rasch eingefädelten Übernahme der angeschlagenen Großbank Merrill Lynch gegen mehrere Vorstände der Bank of America Zivilklage erheben. Die Manager sollen ihre Pflicht verletzt haben, die Details der Übernahme und die damit verbundenen finanziellen Risiken vor den Aktionären hinreichend offenzulegen, wie ein mit der Entscheidung befasster Mitarbeiter Cuomos laut der Nachrichtenagentur AP sagte.

Auch die Auszahlung von Boni an die Banker von Merrill Lynch soll dabei unter die Lupe genommen werden. Die Bank of America hatte bei der Übernahme gegenüber ihren Aktionären offenbar falsche Angaben über die Bonuszahlungen gemacht. Merrill zahlte mit Billigung der Bank of America für das Jahr 2008 Boni in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar an leitende Mitarbeiter, obwohl die Bank einen Verlust von 27,6 Milliarden Dollar eingefahren hatte. Die Boni entsprechen nahezu zwölf Prozent des Kaufpreises für Merrill Lynch.

Eine Einigung der Bank of America mit der US-Börsenaufsicht (SEC) auf eine Strafzahlung von 33 Millionen Dollar (27,07 Millionen Euro) wegen falscher Angaben zu den Bonuszahlungen wurde von einem Gericht für ungültig erklärt. Der Vorgang steht nicht im Zusammenhang mit der möglichen Zivilklage der Staatsanwaltschaft.

Ein New Yorker Bundesrichter lehnte einen Vergleichsvorschlag beider Parteien ab. Die Abmachung zwischen SEC und Bank gehe nicht einher „mit den meisten elementaren Ideen von Gerechtigkeit und Moral“, sagte Richter Jed Rakoff.

Damit würden die Aktionäre für das angebliche ehlverhalten der Bank mit einer Geldstrafe belegt. Rakoff forderte die Börsenaufsicht und das Finanzinstitut auf, sich auf ein mögliches Gerichtsverfahren vorzubereiten. Dieses müsse spätestens im Februar 2010 beginnen.

Die Bank-of-America-Aktie fiel in New York um 1,1 Prozent. Die schwer angeschlagene Merrill Lynch war auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 von der Bank of America geschluckt worden.

AP/Reuters/oht