Das Hickhack um Karstadt nimmt immer neue Züge an: Ein kurzfristig angesetztes Treffen der Beteiligten am Generalmietvertrag für die Warenhauskette ist geplatzt. Für den 31. August hatte Investor Nicolas Berggruen über die Anwaltskanzlei Freshfields wesentliche Beteiligte zu einer Abstimmung nach Düsseldorf eingeladen, zum sogenannten "smooth signing" des mit zahlreichen Vergünstigungen versehenen Mietvertrages. Damit wollte Berggruen offenbar sicherstellen, am 3. September vom Amtsgericht Essen tatsächlich den Zuschlag für den Kauf der Warenhauskette mit 120 Häusern und 25.000 Mitarbeitern zu bekommen und das Verfahren beschleunigen.
Doch bereits am Dienstag lehnten die Vertreter des Vermieterkonsortiums Highstreet die "freundliche Einladung" ab. "Wir können der Einladung nicht nachkommen, da es bei dem Treffen offenbar um eine Vertragsunterzeichnung gehen soll", erklärte ein Highstreet-Sprecher. Der Vertrag könne jedoch erst dann unterzeichnet werden, "wenn alle Zustimmungen auf unserer Seite vorliegen. Und das ist nicht der Fall", sagte der Sprecher. Insbesondere müsse ein Investorentreffen am 2. September abgewartet werden. Erst wenn es hier keine Einwände geben sollte, kann das Gericht am 3. September entscheiden, ob Berggruen Karstadt bekommt. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte die Einladung bereits angenommen.
Damit bleibt die Unsicherheit, ob Highstreet tatsächlich hinter Berggruen steht. Trotz dieser offiziellen Linie hatte die Deutsche Bank-Tochter DBRreef als Konsortiumsmitglied immer wieder auf die Vorteile des Gegenangebotes von Maurizio Borletti hingewiesen. Der italienische Warenhausbetreiber - seit langem Geschäftspartner von DBRreef - hatte erst vor wenigen Wochen seine Offerte auf den Tisch gelegt. Ihm wird besonderes Interesse am KaDeWe nachgesagt.
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