Aldi läutete am Donnerstag die neunte Preissenkungswelle des Jahres in der Branche ein. Das Unternehmen gilt als Preisführer, an dem sich alle anderen Unternehmen orientieren. Es kündigte die Preissenkungen in großformatigen Zeitungsanzeigen an, unter dem Motto „Die Preisoffensive 2009 geht weiter“. Die Abschläge liegen teilweise bei mehr als 20 Prozent. So senkte der Discounter die Preise für Käseaufschnitt von 1,20 auf 0,99 Euro. Fischstäbchen verbilligten sich um 10 Cent auf 1,59 Euro und der Preis für Champagner sank von 13,99 auf 11,49 Euro. Tiernahrung und Reinigertabs für Geschirrspüler wurden ebenfalls heruntergesetzt.

Die Konkurrenz reagierte prompt. Einige Lebensmittelhändlern senkten die Preise für einzelne Produkte zum wiederholten Mal. Eine weitere Preissenkungsrunde ist nach Expertenansicht nicht ausgeschlossen.

Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, zückt ebenfalls den Rotstift. Die Preissenkungen beträfen aber nicht Markenprodukte, sondern Artikel im Preiseinstiegsbereich. Wegen billigeren Rohstoffen seien die Preise in diesem Jahr stark gesunken. „Der Einzelhandel ist das tagtägliche Konjunkturprogramm für den Verbraucher – nachhaltiger als die Abwrackprämie“, sagte die Sprecherin. Auch die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount macht mit: „Wir nehmen den Branchentrend auf und werden in den Preisen für Weine, Geschirrspüler, Tiernahrung und weitere Produkte ebenfalls runtergehen“, sagte eine Sprecherin.

Die Rewe-Discounttochter Penny kündigte ebenfalls Preissenkungen von Joghurt über Käse und Fisch bis hin zu Wein und Champagner an. Der Discounter Norma erklärte, dass pünktlich zum Herbstanfang die Preise fallen – angefangen bei Käse bis hin zu Tiernahrung. Handels- Experte Boris Planer vom Forschungsunternehmen Planet Retail verwies darauf, dass die Rohstoffpreise gegenüber dem Tiefpunkt Ende 2008 wieder merklich angezogen haben. Dies spürten die Verbraucher aber nur zeitversetzt, da die Verträge zwischen der Lebensmittel-Industrie und dem Lebensmittel-Handel oftmals Laufzeiten von mehreren Monaten hätten. Bei Milch sei der Preistiefpunkt inzwischen sicherlich erreicht. Bei anderen Produkte gebe es möglicherweise noch Spielraum.

Im Lebensmittelhandel tobt seit Anfang des Jahres ein erbitterter Preiskampf. Er wird nicht zuletzt dadurch angefacht, dass die Discounter Studien zufolge nach rasanten Zuwachsraten in den vergangenen Jahren inzwischen zunehmend an Grenzen des Wachstums stoßen.

AP/dpa/str