Karstadt-Interessent Maurizio Borletti ist bei seinem neuen Anlauf auf die Übernahme der Warenhauskette zunächst gescheitert: Offenbar wollen die Beteiligten dem Essener Amtsgericht die abermalige Verlängerung der Verkaufsfrist zugunsten von Investor Nicolas Berggruen vorschlagen. Borletti hatte vor einer solchen Verlängerung gewarnt und gefordert, das Verfahren für ihn zu öffnen. Als neuer Termin ist vom 2. September die Rede. Offizielles darüber war nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses allerdings nicht zu erfahren.
Um seine Chancen zu verbessern, hatte der italienische Warenhausbetreiber nach Morgenpost Online-Informationen noch am Donnerstag Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg sowohl den Entwurf für einen auf ihn bezogenen Kaufvertrag als auch eine Finanzierungszusage über den angebotenen Kaufpreis von 100 Millionen Euro vorgelegt. Das Papier trägt die Unterschrift des US-Finanzierers Gordon Brothers, bestätigte eine Borletti-Sprecherin Morgenpost Online.
Insolvenzverwalter lehnt Gespräch ab
Bisher hatte Borletti diesen Kaufpreis lediglich in einem formlosen Schreiben aus der vergangenen Woche angeboten. Auch den Ausschuß-Mitgliedern gab Borletti die Unterlagen. Görg lehnt es bislang ab, mit Borletti-Vertretern zu sprechen. Er sieht weiterhin in Berggruen den Karstadt-Käufer, der sich allerdings noch nicht vollständig mit dem Vermieterkonsortium Highstreet über die Übernahmeregelungen geeinigt hat. Borletti präsentierte auch den Entwurf eines veränderten Mietvertrages mit Highstreet für die Karstadt-Häuser.
Die 25.000 Beschäftigten in 120 Karstadt-Warenhäusern müssen deshalb weiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze bangen. Falls Berggruen bis Sonntag 24 Uhr vom Highstreet-Konsortium keine unterschriebenen Verträge mit verbesserten Konditionen bekommt, kann er beim Notar den Kaufvertrag als nicht vollzogen angeben. Sollte er aber dabei noch gute Chancen auf Erfüllung der Bedingungen sehen und dies dem Insolvenzverwalter mitteilen, könnte dieser beim Insolvenzgericht in Essen eine Fristverlängerung erwirken. Dann könnte Highstreet weiter versuchen, in dem verzweigten Kreis eigener Gläubigern alle notwendigen Unterschriften zusammenzubekommen.
dpa/fp/sl





