In der Woche vor Ostern regnet es Geld für Aktionäre. Mehrere Dax-Unternehmen schütten ihre jährliche Dividende aus. Die Zahlungen – darunter von MAN, Merck und Daimler – an die Anteilseigner könnten stimulierend an der Börse wirken. „Ich bin recht positiv gestimmt, der Markt bekommt nach und nach Rückenwind“, sagt Stefan Scheurer, Kapitalmarktanalyst bei Allianz Global Investors.

Die Erwartungen der Anleger hellen sich seiner Einschätzung nach allmählich auf, fiskal- und geldpolitische Programme beginnen zu wirken. Ähnlich sieht es Susanne Lahmann von der Bremer Landesbank: „Der Dax könnte Ende der Woche noch einen Tick höher liegen“, sagt Lahmann. Andere Experten merken an, Gewinnmitnahmen dürften in der verkürzten Handelswoche Rückschläge nach sich ziehen. Am Karfreitag (10. März) bleibt die Börse geschlossen.

Einig sind sich die Auguren darüber, dass an den Börsen im weiteren Jahresverlauf nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen sein wird. Risiken gibt es zuhauf. „Insbesondere die bevorstehende Berichtssaison birgt unseres Erachtens erhebliches Enttäuschungspotenzial“, fürchten die Analysten der Landesbank Berlin.

Am Dienstag (7. März) macht Alcoa den Auftakt zur Berichtssaison der großen US-Unternehmen. „Bei dem Aluriesen lässt sich ablesen, wie stark die Krise inzwischen die gesamte Ökonomie erfasst hat“, sagt Klaus Schrüfer, Stratege bei der SEB. Eine schwache Berichtssaison erscheine daher programmiert.

Gespannt blicken Börsianer auch auf den Mittwoch (8. März), für den Daimler zur Hauptversammlung nach Berlin geladen hat. Nach den vor einigen Tagen angekündigten Einschnitten dürften die Anleger auf Aussagen zum Geschäftsverlauf hoffen. Am Tag darauf folgt die Dividendenzahlung in Höhe von 0,60 Euro pro Aktie.

Konjunkturdaten sind in der neuen Woche eher dünn gesät. Aus Deutschland stehen am Mittwoch die vorläufigen Zahlen zum Auftragseingang in der Industrie an. „Nach einem beispiellosen Einbruch in den vorhergehenden Monaten könnten sich die Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Februar stabilisiert haben“, prognostiziert Ralph Solveen von der Commerzbank. Am Donnerstag (9. März) werden zudem vorläufige Zahlen zur Produktion herausgegeben.

In den USA veröffentlicht am 8. März die Fed das Protokoll zur Sitzung des Offenmarktausschusses von Mitte März. Am Donnerstag steht die Handelsbilanz für Februar an. Einen Tag darauf gibt außerdem die Bank of England ihre Zinsentscheidung bekannt. Analysten rechnen zwar damit, dass sie den Leitzins bei 0,5 Prozent belassen wird.

„Man wird eher auf den Wortlaut achten und ob das Quantitative Easing ausgeweitet wird“, sagt Scheurer. Die Notenbank hatte vor einigen Wochen damit begonnen, Staats- und Firmenanleihen zu kaufen, um Geld in das Finanzsystem zu pumpen.

mit Reuters