1949 als Sohn einer Dorfschullehrerin und eines Bauern in Rionegro nahe Medellín geboren, wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine kriminelle Karriere begann er Anfang der 70er-Jahre als Drogenhändler. Vor allem in Amerika, wo Kokain dreimal so teuer war wie in Kolumbien, war die Nachfrage nach dem Rauschmittel sprunghaft angestiegen. Auf Hacienda Napolés Torbogen, dem Landsitz Escobars, prangte lange das Sportflugzeug, mit dem der Drogenbaron seine erste Kokainladung in die USA schmuggeln ließ. Insgesamt häufte Escobar ein Vermögen von 2,7 Mrd. Euro an und kam auf die Forbes-Liste der reichsten Männer der Welt. Sein Geld investierte er in Immobilienbesitz in Kolumbien und den Vereinigten Staaten, noch heute wird vermutet, dass ein Teil der Summe in Hacienda Napolés vergraben liegt.
Als Sponsor von Kultur- und Sportereignissen erlangte er Popularität und ließ sich 1982 gar als Abgeordneter im kolumbianischen Parlament wählen, musste sein Mandat aber niederlegen, als seine Verstrickung in den Kokainhandel bekannt wurde. Dank seines Reichtums übte er dennoch weiterhin einen großen Einfluss auf sein Land aus. Politiker zählten ebenso zu den Besuchern von Hacienda Napolés wie Unternehmer und Prominente seiner Heimat. Als die Herkunft seines Geldes bekannt wurde, forderte die USA seine Auslieferung. Als die kolumbianische Regierung dem stattgeben wollte, ließ er Dutzende von Polizisten, Staatsanwälten und Richtern ermorden und überzog Bogotá mit Bombenterror. Sein Krieg gegen den Staat gipfelte 1989 im Abschuss einer Boing 727 der staatlichen Fluglinie Avianca, alle 107 Insassen kamen ums Leben. Das Attentat galt dem Präsidentschaftskandidaten, der aber nicht an Bord war. Tage später explodierte eine Autobombe vor dem Gebäude des kolumbianischen Sicherheitsdienstes, 70 Menschen starben.
1991 wurde Escobar der Verfolgung müde und stellte sich der Polizei. Er hatte sich zuvor sein eigenes Gefängnis gebaut, genannt "La Catedral", mit allen Schikanen ausgerüstet. Aus Angst, doch noch in die USA ausgeliefert zu werden, floh er aber ein Jahr später. Nach Monaten der Verfolgung wurde er schließlich am 2. Dezember 1993, einen Tag nach seinem 44. Geburtstag, auf einem Hausdach in Medellín von Sicherheitskräften erschossen.
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