Die Wirtschaft kommt schneller als befürchtet aus dem tiefsten Konjunkturtal der Nachkriegsgeschichte, so die Einschätzung der OECD. Zugleich steigen aber angesichts der Schuldenkrise in Europa und der Überhitzung in einigen Schwellenländern die Risiken, wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) OECD mitteilte.
„Dies ist ein entscheidender Moment für die Weltwirtschaft“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Um die ausufernde Staatsverschuldung wieder in den Griff zu bekommen, sei eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene nötig.
Die Wirtschaftsleistung in den 31 OECD-Staaten – vor allem Industrieländern – steigt nach Vorhersage der Experten in diesem Jahr saison- und preisbereinigt um 2,7 Prozent und legt 2011 um 2,8 Prozent zu.
Damit ist die OECD optimistischer als noch im vergangenen November, als lediglich ein Plus von 1,9 Prozent in diesem Jahr für möglich gehalten wurde. Zu den Spitzenreitern beim Wachstum dürften die USA gehören, wo das Bruttoinlandsprodukt jeweils um 3,2 Prozent zulege.
Auch Japans Wirtschaft erhole sich rasch von dem tiefen Einbruch von 2009: Hier sagen die OECD-Experten ein Wachstum von drei Prozent für das laufende und ein Plus von zwei Prozent für 2011 voraus. Die Euro-Zone kommt dagegen mit einem Wachstum von 1,2 Prozent 2010 und 1,8 Prozent 2011 schleppender aus der Krise und hinkt der globalen Erholung hinterher.
Die Arbeitslosigkeit dürfte in den OECD-Ländern ihren Höhepunkt mit derzeit 8,5 Prozent erreicht haben, schrieben die Experten weiter. Durch den massiven Einsatz der Kurzarbeit sei ein stärkerer Anstieg der Arbeitslosenzahlen verhindert worden. In der Konjunkturbelebung sei jedoch nicht mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen, weil gerade in Japan und europäischen Staaten die Firmen eher die Arbeitszeit erhöhen dürften.
Wie bei ihren anderen Mitgliedern sieht die OECD aber auch in Deutschland eine Reihe von Gefahren für die Konjunkturentwicklung. Dazu gehöre die Krise um die öffentliche Verschuldung, die insgesamt ein „ernstes Risiko“ bleibe. Auch die anhaltende Verletzlichkeit der Banken, möglicherweise steigende Ölpreise sowie eine mögliche Konjunkturüberhitzung in boomenden Ländern wie China zählt die OECD als Risikofaktoren auf.
Reuters/AFP/dpa/dma





