Die Konjunktur in Deutschland kommt nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wieder in Schwung. Nach zwei schwachen Quartalen ziehe die Wirtschaftsleistung im zweiten Vierteljahr deutlich an, berichteten die Wissenschaftler.

„Wir erwarten für das zweite Quartal ein kräftiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent“, sagte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

Die wesentlichen Wachstumstreiber seien Industrie und Bauwirtschaft. So sei die Wirtschaftsleistung des produzierenden Gewerbes bereits im ersten Quartal um starke 3,1 Prozent gestiegen. Die zunehmend positive Auftragslage in der Industrie spreche für eine Fortsetzung dieser Tendenz, so das DIW.

Die deutlichen Zuwächse in den vom Export gestützten Schlüsselindustrien zeugten von einem Aufschwung, der sich zunehmend stabilisiere. Die Belebung in der Bauwirtschaft sei dagegen überwiegend ein temporäres Phänomen, begünstigt durch das bessere Wetter im Frühling und die noch wirksamen staatlichen Konjunkturprogramme.

„Auf der Nachfrageseite bleibt der private Verbrauch das Sorgenkind“, erklärte das DIW. Welche Effekte die Sorge um den Euro auf die Wirtschaft hat, lasse sich derzeit noch nicht voraussagen, hieß es.

Reuters/dpa/lw