„Sende Gordon Brown eine Nachricht“, ruft die britische Industriegewerkschaft Unite ihre Mitglieder auf ihrer Website auf. Daneben steht ein fertiger Text für eine E-Mail an Premierminister Brown: „Wir erwarten, dass Sie sich einbringen, und zwar jetzt, um Vauxhalls Zukunft zu retten.“ 5000 Jobs der General-Motors-Tochter sind in Gefahr, dazu kommen rund 20.000 bei Zulieferern.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel schon im Mai mit GM und möglichen Käufern verhandelte, war die britische Regierung durch ihren Skandal um illegale Spesenabrechnungen komplett lahmgelegt. Jetzt sitzt zumindest Wirtschaftsminister Peter Mandelson mit am Verhandlungstisch. Bislang ohne Ergebnis: Magna fordert angeblich 350 Mio. Pfund, um die beiden britischen Werke zu erhalten. Die Regierung konnte sich aber zu keiner Zusage durchringen.

Eine Absage erhielt dagegen bereits Jaguar Land Rover (JLR). Der indische JLR-Investor Tata hatte die Regierung um ein Nothilfepaket von 800 Mio. Pfund für die 15.000 JLR-Arbeiter gebeten. Mandelson lehnte ab.

Mitte Mai führte die Regierung dennoch die Abwrackprämie ein. Allerdings zahlt von den 2000 Pfund (2364 Euro) nur die Hälfte der Staat. 1000 Pfund kommen von den Autoherstellern selbst. Unternehmen kritisierten, die Prämie wirke kaum. In den ersten drei Wochen wurden etwa 60?000 Fahrzeuge bestellt, deutlich weniger als in Deutschland.

Bleibt das Automotive Assistance Program, das die britische Regierung im Februar aufgelegt hat: 2,3 Mrd. Pfund sollen der Autoindustrie als Darlehen zur Verfügung gestellt werden, 70 Anträge auf Kredite liegen vor. Keiner wurde bis jetzt bewilligt.