Die Berliner Karstadt Sporthäuser am neuen Kranzlereck und in der Schloßstrasse könnten möglicherweise in Zukunft zum Otto-Imperium gehören. Die Otto-Tochterfirma Sport Scheck will sich nach Informationen von Morgenpost Online darum bemühen, einen Teil oder auch sämtliche der 28 Karstadt Sporthäuser zu übernehmen. „Wir sind daran interessiert“, sagte ein Otto-Sprecher gegenüber Morgenpost Online. Karstadt ist mit seinen Sporthäusern etwa doppelt so groß wie der Konkurrent Sport Scheck.

Sport-Scheck-Chef Stefan Herzog hat in der Vergangenheit keinen Hehl aus seinen Ambitionen gemacht. „Wir sind an neuen Verkaufsflächen in Deutschland interessiert“, hatte der Sprecher der Geschäftsführung von Sport Scheck zuletzt gegenüber Morgenpost Online gesagt. Im Otto-Konzern, zu dem Sport Scheck seit 1991 gehört, ist die Entscheidung gefallen, mit der Tochterfirma im Filialgeschäft zu expandieren. „Wir wollen die Marktführerschaft erreichen“, hatte Herzog gesagt.

Die Karstadt-Standorte in Berlin

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Mit 1,2 Millionen Kunden im Versandhandel und 17 Millionen Besuchern in den 14 Filialen im vergangenen Jahr ist Sport Scheck nach eigenen Angaben der zweitgrößte Sportartikelanbieter Deutschlands. Die Münchener Firma beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter. Marktführer im Sporteinzelhandel ist derzeit Karstadt mit rund einer halben Mrd. Euro Umsatz, Sport Scheck kommt auf etwa 300 Mio. Euro.

Sporteinzelhandel stagniert

Wegen harter Preiskämpfe gilt die Branche jedoch als schwierig. Der stationäre Sporteinzelhandel stagniert in Deutschland seit Jahren. Nur der Verkauf über das Internet legt derzeit zu. Die Branche ist extrem zersplittert: Dominiert wird der stationäre Handel von Kleinstläden, die über Einkaufgenossenschaften wie etwa Intersport ihre Waren beziehen. Der Branchenumsatz wird auf etwa 7,5 Mrd. Euro geschätzt. Langfristig will der Otto-Konzern bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent des Konzernumsatzes aus dem stationären Einzelhandel erwirtschaften.

Kein Intersesse an Quelle

Neben der Sportsparte interessiert sich Otto für Spezialversender der Arcandor-Tochter Primondo wie etwa Baby Walz als Kaufobjekte. Im Unterschied zum Versandhändler Quelle, dem mit Abstand größten Teil von Primondo, sind diese Firmen auf Nischen spezialisiert und im Onlineverkauf erfolgreich. An Quelle zeigt Otto kein Interesse.