Quartalszahlen

Commerzbank überrascht mit hohem Gewinnplus

Die Commerzbank ist zurück in den schwarzen Zahlen. Das Geldinstitut hat im ersten Quartal 2010 erheblich mehr verdient als Analysten erwartet hatten. Ein positives Handelsergebnis im Investmentbanking und niedrigere Risikovorsorge haben zu der Entwicklung beigetragen. Doch Bank-Chef Blessing bleibt bei der zurückhaltenden Prognose.

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Die Commerzbank hat im ersten Quartal 2010 die Gewinnwende geschafft und weit besser abgeschnitten als erwartet. Der Nettogewinn lag von Januar bis März mit 708 (Vorjahreszeitraum minus 864) Millionen Euro klar über den Analystenschätzungen, die im Schnitt bei 473 Millionen Euro gelegen hatten. „Damit haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur vollen Profitabilität erreicht“, sagte Vorstandschef Martin Blessing bei der Vorstellung der Quartalszahlen.

Eine niedrigere Risikovorsorge und ein positives Handelsergebnis im Investmentbanking hatten zu der positiven Entwicklung beigetragen. Blessing bleibt aber bei einer vorsichtigen Prognose: Im Gesamtjahr 2010 werde der Konzern nur dann schwarze Zahlen sehen, wenn Konjunktur und Finanzmärkte mitspielen. Spätestens 2011 will Blessing im Konzern wieder einen Gewinn erwirtschaften.

Unterstützung bekam er dabei von Finanzvorstand Eric Strutz: „Im Gesamtjahr werden wir im Konzern nur dann schwarze Zahlen sehen, wenn Konjunktur und Finanzmärkte mitspielen.“ Bis 2012 will die Commerzbank auf einen operativen Gewinn von vier Milliarden Euro kommen.

Für die Wende zum Besseren verantwortlich war im ersten Quartal der Handel mit Wertpapieren. Das Handelsergebnis steuerte allein 850 Millionen Euro zum Quartalsgewinn bei, ein Jahr zuvor hatte es das Ergebnis noch um mehr als eine halbe Milliarde Euro gedrückt.

„Die Zahlen sind gut, aber es gibt noch keinen Grund zu Jubeln“, sagte Merck-Finck-Experte Konrad Becker. „Das Handelsergebnis ist sehr volatil, da kann im nächsten Quartal etwas ganz anderes stehen“, mahnte er.

Im Bestand von Staatsanleihen lauern noch Risiken. In den fünf südeuropäischen Euro-Staaten hat die Bank 26,5 Milliarden Euro in Staatspapieren abgelegt, mehr als ein Fünftel ihres Portfolios. 3,1 Milliarden Euro liegen allein in Griechenland. Die Bank rechne aber nicht mit Ausfällen, hieß es im Quartalsbericht.

Dagegen musste die Commerzbank zu Jahresbeginn erneut ihr Portfolio strukturierter Produkte (ABS) abschreiben, was zu einem Verlust aus Finanzanlagen von 119 Millionen Euro führte. Die Risikovorsorge fiel mit 644 Millionen Euro um ein Viertel niedriger aus als vor einem Jahr und um die Hälfte geringer als im Quartal davor. In der Unternehmensfinanzierung wurden sogar mehr Rückstellungen aufgelöst als neu gebildet.

In der Schiffsfinanzierung und im Immobiliengeschäft blieb die Commerzbank in der Verlustzone. Vor allem in den USA bereiten gewerbliche Immobilienfinanzierungen Probleme. Ferner sei zu erwarten, dass mehr Schiffskreditnehmer wacklig würden, hieß es im Quartalsbericht. Dagegen schrieb das Bankhaus in der „Portfolio Restructuring Unit“ (PRU), in der sie intern toxische und andere problematische Papiere gebündelt hat, um sie langsam abzubauen, schwarze Zahlen. Sie hatte die Bilanz vor einem Jahr noch mit 1,4 Milliarden Euro belastet.

Die Commerzbank hatte zuletzt im zweiten Quartal 2008 einen Gewinn ausgewiesen. Im Zuge der Finanzkrise musste sie Staatshilfen in Höhe von 18,2 Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Sie gehört zu einem Viertel dem Staat.