Drei Milliarden Franken

Credit-Suisse-Banker bekommen dicke Boni

Die knapp 400 Top-Manager der Schweizer Bank bekommen jetzt das Geld aus einem 2005 aufgelegten Programm. Der Chef der Investmentsparte erhält rund 71 Millionen Franken und ist damit wohl der bestbezahlte Banker in Europa. Und der großte Bonus-Segen wird nicht der letzte sein. Ein weiteres Programm ist bereits aufgelegt.

Foto: AFP

Die Top-Manager der Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) erhalten nach Ostern einen warmen Bonus-Regen. Ende April werden der Konzernleitung und knapp 400 Spitzenkräften aus einem vor der Finanzkrise im Jahr 2005 aufgelegten Bonus-Programm Aktien im Marktwert von gut drei Milliarden Franken (2,18 Milliarden Euro) zugeteilt. Dies ergibt sich aus Berechnungen, die auf am Mittwoch veröffentlichten Informationen der Bank zu dem Programm basieren.

Es ist die zweite Bonus-Runde in diesem Jahr. Für 2009 allein beliefen sich die Prämien im ganzen Konzern auf 6,87 Milliarden Franken, von denen 4,1 Milliarden in bar ausgezahlt wurden. Die 13-köpfige Konzernleitung wurde mit 149 Millionen Franken bedacht, die allerdings weitgehend erst in einigen Jahren ausgezahlt werden.

Ab 2005 erhielten vor allem Manager der CS-Investmentbank im Rahmen eines Performance Incentive Plan (PIP) sogenannte PIP-Einheiten zugeteilt, die nun in Aktien getauscht werden. Das Tauschverhältnis wurde damals offengelassen. Es war vom Gewinn und der Entwicklung des Aktienkurses abhängig, und zwar absolut und im Vergleich zu dem von Konkurrenten.

Hätte die CS-Aktie in den drei Monaten vor dem Umtausch an der Börse unter 30 Franken notiert, wären die PIP-Einheiten wertlos verfallen. Nachdem die Bank aber mit Ausnahme des Jahres 2008 immer satte Gewinne eingefahren hatte und die Aktie sich nach CS-Berechnungen über fünf Jahre an der Börse besser entwickelte als die Titel von sieben Konkurrenten wie HSBC, Morgan Stanley und UBS, wurde eine PIP-Einheit nach Angaben der Bank vom Mittwoch auf 4,8 Aktien festgesetzt.

Für Konzernchef Brady Dougan, der bis Mitte 2007 die CS-Investmentbank geleitet hatte, bedeutet das einen ordentlichen Zahltag. Er bekommt für seine rund 272.000 PIP-Einheiten Aktien im derzeitigen Marktwert von knapp 71 Millionen Franken. Dies kommt hinzu zu seinem - weitgehend in gesperrten Aktien und Bezugsrechten ausgezahlten - Jahresgehalt von rund 19 Millionen Franken.

Das dürfte ihn zumindest in Europa zum bestbezahlten Bankchef machen. Investmentbank-Chef Paul Calello und Walter Berchtold, der Chef des Private Banking, erhalten jeweils Aktien im Wert von mehr als 30 Millionen Franken. Ein Drittel der Aktien wird allerdings von der Bank einbehalten, um die in der Schweiz fällige Quellensteuer zu begleichen.

Seit der Finanzkrise stehen hohe Boni auch in der Schweizer Öffentlichkeit unter Beschuss. Die Bank nimmt jedoch für sich in Anspruch, dass der damalige Plan auch den Segen von wichtigen Großaktionären hatte und es darum gegangen sei, in einer Sanierungs- und Umbruchphase wichtige Mitarbeiter langfristig an die Bank zu binden. Credit Suisse habe zu einer Zeit, in der andere Banken die Prämien in bar oder direkt in Aktien ausgerichtet hätten, bereits Sperrzeiten eingeführt, was viele anderen Banken erst aktuell tun.

Der nun fällige Bonus-Segen ist nicht der letzte. Im kommenden Jahr wird das Programm PIP II mit gut sechs Millionen Einheiten fällig. Dieses sieht vor, dass eine PIP-Einheit je nach Geschäftsverlauf und Aktienkursentwicklung in bis zu sechs Aktien getauscht wird. Der durchschnittliche Aktienkurs in den drei Monaten vor der Zuteilung darf hier nicht unter 47 Franken fallen.

Die Bilanz des laufenden Jahres wird von den Aktien-Boni nicht belastet. Eine Verwässerung des Aktienkapitals trete auch nicht ein, da die 38 Millionen Titel nach Steuern aus dem Eigenbestand der Bank kommen, erklärte Credit Suisse weiter. Am Mitwoch schloss die CS-Aktie mit einem Kurs von 54,35 Franken.