Die Erholung der Wirtschaft im Euro-Raum hat im April 2010 an Fahrt gewonnen. Als Zugpferd erwies sich die Industrie: Sie steigerte ihre Produktion so kräftig wie seit fast zehn Jahren nicht mehr, wie das Institut Markit zu seinem monatlich per Umfrage ermittelten Einkaufsmanagerindex mitteilte.
Das Industrie-Barometer stieg um 0,9 auf 57,5 Zähler. Die Geschäfte der Dienstleister liefen so gut wie zuletzt im Oktober 2007: Der Markit-Index zog um 1,4 auf 55,5 Zähler an. „Dies verdeutlicht, dass der Aufschwung zunehmend an Breite gewonnen hat“, schrieben die Marktforscher.
Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson sieht nun auch die kurzfristigen Konjunkturaussichten für die Euro-Zone in einem günstigeren Licht: „Der höher als erwartet ausgefallene April-Einkaufsmanagerindex könnte die pessimistischen Konsens-Schätzungen zum Wachstum im zweiten Quartal von nur 0,4 Prozent Lügen strafen.“
Wegen der anziehenden globalen Nachfrage und dem schwachen Euro steigerte die Industrie ihr Neugeschäft so stark wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.
Bei den Dienstleistern waren die Orderbücher so gut gefüllt wie seit Oktober 2007 nicht mehr. Im Zuge der besseren Konjunkturaussichten kam der Jobabbau sowohl im Industrie- als auch im Service-Sektor nahezu zum Stillstand.
Insgesamt gingen so wenig Stellen verloren gingen wie noch nie seit Beginn der Entlassungen im Zuge der globalen Krise im Juli 2008. Die Industriefirmen weiteten ihre Einkaufsmenge so stark aus wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das führte dazu, dass sich die Lieferzeiten so deutlich verlängerten wie zuletzt im Juli 2000 und die Lieferanten ihre Preise anhoben.
Reuters/oht





