Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Analysten hatten mit 3,4 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal hatte es mit 5,6 Prozent noch den stärksten Zuwachs seit mehr als sechs Jahren gegeben.

Gebremst wurde das Wachstum von der geringeren Exportdynamik. Die Ausfuhren legten mit 5,8 Prozent schwächer zu als die Importe mit 8,9 Prozent. Ende 2009 waren die Exporte noch um 22,8 Prozent gestiegen. Der Dollar-Kurs kletterte seit Jahresbeginn wegen der Schuldenkrise Griechenlands um mehr als sechs Prozent zum Euro, was amerikanische Waren im Ausland verteuerte.

Dagegen stiegen die privaten Konsumausgaben – die etwa 70 Prozent der gesamten US-Wirtschaftsleistung ausmachen – so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr. Sie wuchsen um 3,6 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie zuvor. „Die Leute geben wieder Geld aus“, sagte Analyst Michael Woolfolk von BNY Mellon.

„Das ist der Beginn einer breit angelegten Erholung.“ Möglich macht dies die Trendwende am Arbeitsmarkt. Im März gab es mit 162.000 neuen Jobs den stärksten Stellenzuwachs seit drei Jahren. Zuvor hatten in der schwersten Rezession seit Jahrzehnten mehr als acht Millionen Amerikaner ihren Arbeitsplatz verloren.

Im Vertrauen auf eine stärkere Nachfrage stockten die Unternehmen ihre Lager um einen Wert von mehr als 31 Milliarden Dollar auf. Das kurbelte ebenfalls das Wachstum an. Außerdem investierten die Firmen wieder mehr in Software und Ausrüstungen wie Maschinen oder Fahrzeuge.

Analysten rechnen mit einer anhaltenden Erholung. „Das sind gute, solide Zahlen“, sagte Ward McCarthy von Jefferies & Co. „Sie sind der letzte Beweis dafür, dass wir es mit einem nachhaltigen Aufschwung zu tun haben.“ Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt der weltgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 3,1 Prozent voraus.


Damit würde der Einbruch aus dem Krisenjahr 2009 mehr als wettgemacht, als es mit 2,4 Prozent den stärksten Rückgang seit 1946 gegeben hatte. Zum Vergleich: Für Deutschland rechnet der IWF mit einem Plus von 1,2 Prozent nach einem Minus von 5,0 Prozent im vorigen Jahr.

Reuters/woz