Es war ein Untergang mit Ansage. Heute hat General Motors bei einem New Yorker Gericht Insolvenz beantragt. Der ehemals größte Autohersteller der Welt ist bankrott.
Von den Auswirkungen her lässt sich dieses Ereignis zwar nicht mit dem Niedergang von Lehman Brothers im vergangenen Herbst vergleichen. Damals gerieten in Folge der engen Verknüpfungen auf den weltweiten Finanzmärkten und dem einsetzenden Vertrauensverlust ganze Volkswirtschaften ins Trudeln. Dennoch trifft die Insolvenz von General Motors Amerika noch härter, weil sie an ihrem Selbstverständnis kratzt.
Seit 101 Jahren hat General Motors in Detroit Autos gebaut. Autos, auf die ihre Besitzer stolz waren. Die sie vor ihren Häusern in der Vorstadt parkten, um dem Nachbarn damit den eigenen Wohlstand deutlich zu machen. Heute steht in diesen Garagen nur mehr selten ein Auto von General Motors, sondern eher ein Lexus oder BMW.
Abschreiben sollte man die amerikanische Autoindustrie allerdings nicht, denn mit Niederlagen hält sich Amerika nicht lange auf. Das Land ist bereit für einen radikalen Neuanfang. Und die Krise ist schlimm genug, dass sich tatsächlich etwas ändert.
Zwar klingen die bei General Motors geplanten Einschnitte so wie der Versuch eines Schrotthändlers, aus einem Rostkübel die letzten noch verwertbaren Einzelteile herauszulösen. Die Umstrukturierung dürfte sich mehrere Monate, wenn nicht gar mehr als ein Jahr, hinziehen. Dennoch stehen die Chancen gut, dass dem Autohersteller der Neustart gelingt.
Nicht nur hat General Motors mit dem Elektroauto Volt einen Trumpf im Ärmel. Alle Beteiligten von den Gläubigern bis hin zu den Arbeitnehmern sind zu harten Einschnitten bereit. Und als Mehrheitsaktionär wird die Regierung in Washington genau darauf achten, wie sich der Konzern neu strukturiert.
Seinen Traum gibt Amerika nicht auf. Auch nicht den, dass sie vielleicht eines Tages wieder die besten Autos der Welt bauen werden.



